Eisenmann dr.: Die Kindbettfieber (Erlangen, 1834)
Erste Abtheilung. Allgemeine Betrachtung über die Kindbettfieber
25 anlafst auch hier oft immense Exsudate. Wenn der pyröse Prozefe auf der Schleimhaut des Dünn-Darms und des Magens verläuft, so stellen sich sehr häufig die sogenannten nervösen Erscheinungen, die Zeichen einer Narcose in Folge des resorbirten Krankheitsgiftes ein, bey milderen Graden der Krankheit können sie aber auch fehlen, und bey den Pyren der Mund- und Respirations - Schleimhaut sind sie ohne- diefs selten. Der pyröse Prozefs erzeugt auf der Höhe seiner Giftigkeit gallertartige Erweichung der Schleimhaut und des Zellgewebes. Die Carbunkeln und Malacien sind nur durch die Intensität des einwirkenden Krankheitsgiftes von den Pyren verschieden, und es können Carbunkeln und Malacien im Verlauf einer oder der andern Pyra erscheinen, z. B. Gastromalacia der Kinder, selbst Putrescenz der Gebärmutter, oder es können bei sehr heftig einwirkendem Krankheitsgift Carbunkeln und Malacien primär auftreten, indem die Vegetations - Nerven schnell gelähmt und so unfähig werden, den Krankheitsprozefs normal durchzufahren. Der oft plötzliche Tod gleich beym Ausbruch der Cholera, der Pest und des gelben Fiebers ist ein Analogon dieser Erscheinung, und unterscheidet sich nur dadurch, dafs dort die Lähmung gleich das Central-Organ des vegetativen Nervensystems, die Ganglien des Unterleibs befällt. Die Pyren sind mit sehr weniger Ausnahme von Fieber begleitet; das Fieber kann den eretheischen- dynamischen, den entzündlichen - didynamischen, oder den nervösen und torpiden - adynamischen Character haben. Die Fieber bey den Pyren haben eine