Eisenmann dr.: Die Kindbettfieber (Erlangen, 1834)
Erste Abtheilung. Allgemeine Betrachtung über die Kindbettfieber
19 Narae giebt, im afficirt gewesenen Organe vor sich, letztere werden durch die Nieren , durch die Leber mittelst der Gallenblase, durch die Darmschleimhaut, durch die Lungenschleimhaut und durch die äussere Haut bewirkt. Dieses alles beobachten wir auch bey der im Wochenbett vor sich gehenden Rückbil* dung des schwangeren Zustandes in den gewöhnlichen. Die örtlichen Crisen des Uterus kommen als blutige, später als schleimige Secretionen zur Wahrnehmung, und sind unter dem Namen Lochienflufs bekannt. Die allgemeinen Crisen werden besonders durch die Nieren und durch die Haut bewirkt, und es verdient einige Beachtung, dafs der der Quantität nach ohne- diefs vermehrte Schweifs der Wöchnerinnen auch absolut reicher an Milchsäure ist, als ausser dem Wochenbette und im gesunden Zustand*). Eben so enthält auch der Harn etwas mehr Milchsäure, ob er aber auch Spuren von Salpetersäure enthalte, welche sich im critischen Harn, nach synochalen Entzündungen finden, konnte ich bis jetzt noch nicht ermitteln. Es fragt sich nun: was folgt aus diesen Thatsachen in Bezug auf das Hindbettfieber und dessen Erzeugung? Bekanntlich sind die meisten Menschen nach überstandenen Krankheiten im Zeitraum der Crisen und zu Anfang der Reconvalescenz durch Verbrauch der Energie, welche theils durch die *) Um Mifsdeutungcn vorzubeugen, mufs ich bemerken, dafs der Schweifs im gesunden Zustande auch bey Männern Milchsäure enthält, und dafs die Quantität derselben in manchen Fiebercriscn bedeutend vermehrt ist. 2*