Eisenmann dr.: Die Kindbettfieber (Erlangen, 1834)

Erste Abtheilung. Allgemeine Betrachtung über die Kindbettfieber

20 Krankheit, theils durch die Crisen in Anspruch ge­nommen wurde, in einem Zustande, in welchem die Reizbarkeit die Energie weit überwiegt, und ge­rade dieser Zustand ist es, welcher die Empfäng­lichkeit für Krankheiten steigert, denn daher die vie­len Rückfälle ; anderseits lassen sich die Crisen nicht ungestraft unterbrechen. Wenn nun auch die Schwan­gerschaft nicht als Krankheit betrachtet werden darf, so ist sie doch ein aussergewöhnlicher Zustand, der sich im Wochenbett durch Crisen zurückbildet, wobey zu bemerken steht, dafs die Crisen des Wo­chenbetts viel länger andauern, als die Crisen nach Krankheiten. Wenn nun Crisen überhaupt durch die damit verbundenen Umstände für Krankheiten empfänglicher machen , und eine Störung derselben immer schädlich ist, so ^ufs dieses wohl auch bey den Wochenbett-Crisen der Fall seyn, wo noch überdiefs die Erschöpfung durch den Geburts-Act selbst in Piechnung kommt. Daraus mag es denn begreiflich werden, wie eine Krankheitsursache, ein Krankheitsgift, welche Nicht-Wöchnerinnen und über­haupt Gesunde — Kinder etwa ausgenommen — nicht gefährdet, Wöchnerinnen so viel Unheil bringen kann. Ferner geht daraus hervor, dafs die Krank­heit um so gefährlicher seyn mufs, je schneller nach der Entbindung sie eintritt, weil hier nicht nur die Reizbarkeit überwiegend, die Energie erschöpft ist, sondern auch noch eine erhöhte Plasticität statt findet, welche der Krankheit besondern Vorschub leistet, die Bildung von pathi· chen Producten begün­stigt. Es läfst sich aber hauptsächlich auch daraus

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