Eisenmann dr.: Die Kindbettfieber (Erlangen, 1834)

Erste Abtheilung. Allgemeine Betrachtung über die Kindbettfieber

17 dabey ist, wie es schon die Natur dieses Zustandes mit sich bringt, die Plasticität sehr erhöht, und wenn je der Ausdruck „erhöhte Arteriellität“ auf einen Zu­stand pafst, so ist es der der Schwangerschaft. Der Zustand der Schwangerschaft nähert sich sogar dem­jenigen in hohem Grade, den wir bei der reinen arteriellen Entzündung bey der Synocha *) beob­achten, unterscheidet sich aber von diesem durch den Mangel der örtlichen Entzündung, obwohl ein Zu­stand von Congestion und Gefäfsausdehnung im Uterus**) und zwar da, wo die Placenta sitzt, auch eine Aehnlichkeit in der örtlichen Affection darbietet. Es wird mir Niemand die Absurdität zu­*) Ich nenne diejenige Entzündung, bey welcher erhöhte Oxydation des Blutes, vermehrter Faserstoff, vermin­derte positive oder selbst negative Elektrizität des Ve- »enbluts und Neigung zu Säure - Bildung ohne Dazwi- schenkunft eines Exanthems getroffen wird, Synocha; dagegen jene Entzündung, wo das Hydrocarbon, die positive Elektrizität und zwar gleichfalls ohne Exan­them zugegen sind, venöse Entzündung oder Syno- chus. Ueberall, wo Exantheme Vorkommen, ist ein spezifischer Krankheitsprozefs vorhanden, der ohne entzündlichen Zustand verlaufen, aber auch einen ent­zündlichen Zustand veranlassen kann, Welcher nach dem elektrochemischen Character des ihm zu Grunde liegenden spezifischen Prozesses sich der Synocha oder dem Synochus nähert. **) Crescimbeni lies sich sogar verführen den Zustand des Uterus während der Schwangerschaft für einen phlogistischen zu erklären. 2

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