Eisenmann dr.: Die Kindbettfieber (Erlangen, 1834)

Erste Abtheilung. Allgemeine Betrachtung über die Kindbettfieber

16 land eine physiologische Medizin, welche der fran­zösischen Gastro-entente gegenüber Venosität heilst. So hat man denn auch die Schwangerschaft als einen Zustand von erhöhter Venosität erklärt, womit Pu­chelt gewifs nicht ühereinstimmen wird, da er in seinem System der Medizin die Schwangerschaft ganz anders bezeichnet. Wer etwa Venenüberfüllung in Folge des durch mechanischen Druck gehinderten Blutlaufs in demselben als erhöhte Venosität betrach­ten will, der mag dieselbe in der Schwangerschaft finden, wer aber bey den Ausdrücken Arteriellität und Venosität die Blutbereitung, die Oxydation, den Inhalt an Faserstoff und den Elektrochemismus des Bluts überhaupt im Auge hat, der wird sich sehr hüten, den negetativen Zustand des Organismus wäh­rend der Schwangerschaft als einen Zustand erhöhter Venosität zu bezeichnen. Das Blut der Schwängern ist reicher an Faserstoff, an Hämatosyne und wie es scheint, auch an Eisen*), der Gesammt-Organis- mus der Schwängern wirkt auf das Electroscop meist negativ- electrisch, wie dieses schon Gar- dini beobachtet hat, und Larcher versichert sogar (archives general), dafs bey Schwängern der linke Ventrikel des Herzens dicker, fester, rother und thätiger werde, als im nichtschwangern Zustand; dabei *) Die Hämatosyne besteht zwar selbst aus Schwefel- Blaustoff - Eisen und mit Zunahme des Blutroths ist demnach auch eine quantitative Vermehrung des Eisens gegeben ; es scheint aber nebst diesem auch im Serum eine wechselnde Menge von Eisen enthalten zu seyn.

Next

/
Thumbnails
Contents