Eisenmann dr.: Die Kindbettfieber (Erlangen, 1834)

Erste Abtheilung. Allgemeine Betrachtung über die Kindbettfieber

15 unterscheiden weifs, in demselben eine grofse Wahr­heit finden, nämlich die, dafs das sogenannte Kind­bettfieber höchstens als eine Varietät, einer auch bey Männern vorkommenden Krankheit, betrachtet werden dürfe. §. 4. Die meisten Schriftsteller, welche über Kindbett­fieber Betrachtungen anstellten, haben vor Allem Un­tersuchungen über den physiologischen Zustand des Weibes während der Schwangerschaft und des Wo­chenbetts angestellt, umso zu ermitteln, in wiefern dieser Zustand mit dem Kindbettfieber in natürli­chem Zusammenhang stehe. Wir wollen diesem Eeyspiele folgen, und der Besprechung dieses Zu­standes einige Zeilen widmen, sey es auch nur um ein negatives Resultat daraus zu gewinnen. In der Wissenschaft, wie im Leben, werden von Zeit zu Zeit gewifse Redensarten Mode, und werden dann so lange gebraucht und mifsbraucht, bis sie einer andern Re­densart den Platz räumen müssen. Puch eit hat bekanntlich den Ausdruck Venosität in Curs ge­bracht, und wenn schon Puchelt selbst diesem Ausdruck eine etwas zu weite Peripherie zudachte, so hat man demselben in der neueren Zeit gar die Ehre erwiesen, die der Volksglaube früher einigen Arzneykörpern zukommen liefe, indem er sie zu Uni­versalmitteln erhob, und so ist denn die Bezeichnung Venosität beynahe zum Universal - Ausdruck für die heterogensten Zustände geworden, und nur noch einen Schritt weiter, und wir haben dann auch in Teutsch-

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