Eisenmann dr.: Die Kindbettfieber (Erlangen, 1834)
Erste Abtheilung. Allgemeine Betrachtung über die Kindbettfieber
13 schiedenen Character auftreten; allein einzelne Be*· obachter der älteren wie der neueren Zeit sahen nur zu gut ein, dafs dem sogenannten Kindbettfieber verschiedene Krankheitsprozesse zu Grund liegen können, und sprechen daher nicht von einem Kind- betlfieber, sondern von Kindbettfiebern, wobey frey- lich Einige mehr durch den wechselnden Character der Krankheit als durch die heterogenen Krankheitsprozesse zum Spezificiren veranlafst wurden. Schon im JahriS22 forderte der irische Gesundheitsrath den Professor Douglas in Dublin zum Gutachten auf, ob man nicht verschiedene Krankheiten mit dem Namen Kindbettfieber belege, und ob das zu jener Zeit herrschende Kindbettfieber nicht von der gewöhnlichen Peritonitis puerperarum verschieden sey; ee hatte demnach dieses Collegium schon die Ahnung von dem naturwidrigen Generalisiren der Aerzte, und das von Douglas gegebene zweydeutige Gutachten kann mir als der Ausdruck der Verlegenheit gelten, in welche ihn eine solche Frage gebracht hatte. Auch Hamilton hat im Jahre 1822 die Behauptung aufgestellt, dafs das zu jener Zeit in Schottland äusserst heftig epidemisirende Kindbettfieber von der gewöhnlichen Peritonitis puerperarum wesentlich verschieden sey. Allein durch alle diese Winke, und selbst durch die Thatsache, dafs verschiedene Kindbettfieber-Epidemieen unter ganz verschiedenen Umständen entstehen, und selbst durch die so gewichtige Erscheinung, dafs die in die Bauchhöhle ergossene Flüssigkeit in manchen Fällen ein freyes Alkaloid, in andern eine freye Säure enthält, liefs