Eisenmann dr.: Die Kindbettfieber (Erlangen, 1834)
Erste Abtheilung. Allgemeine Betrachtung über die Kindbettfieber
12 desselben Krankheitsprozesses sind, und nur dann auftreten, wenn der Krankheitsprozess sehr intensiv ist, während die Veränderungen auf der Darm- Schleimhaut immer zugegen sind. Nach dieser Erörterung gehen wir nun an die Untersuchung der Fragen; Was ist das Kindbettfieber? 1st es eine Krankheit sui generis? Ist nur ein Krankheitsprozess unter diesem Namen begriffen , oder werden mehrere Krankheitsprozesse von den Beobachtern aus Mangel an gehöriger Unterscheidung zusammengeworfen? AVer fähig wäre, diefse Fragen genügend zu beantworten, der hätte den Schleier gehoben, das Räthsel dieser Krankheit gelöst. Wenn ich auch weit entfernt bin, mir eine solche genügende Beantwortung zuzutrauen, so bin ich dagegen auch überzeugt, dafs meine Forschungen der Klarheit und Wahrheit doch einige Schritte näher führen werden. Um aber die Frage; ob das Kindbettfieber eine Krankheit sui generis sey, beantworten zu können, müssen wir zuerst die letzte der obengestellten Fragen lösen, ob nämlich nur ein Krankheitsprozess mit dem Namen Kindbettfieber bezeichnet werde, oder ob irriger Weise verschiedene Krankheiten unter diesem Namen Vorkommen; denn ehe diese Frage beantwortet ist, läfst sich über die spezifische Natur der Krankheit nichts Bestimmtes ermitteln. Man hat bisher das Kindbettfieber als eine Krankheit betrachtet, bey welcher Störungen in den Wochensecretionen die Hauptrolle spielen, die aber zu verschiedenen Zeiten, je nach dem Genius epidemicus, auch mit einem ver-