Bókay, J. von dr.: Die Lehre von der Intubation
I. Teil. Die O'Dwyersche Intubation und deren Ausübung bei der diphterischen Larynx-Stenose
Zeitpunkt des operativen Eingriffs. 27 Fig. 14. (Nach Bayeux.) Muskels bringen, wird dessen rhythmische Anspannung und Erschlaffung gut zu fühlen sein. Die beschriebene Methode kann auch zur Untersuchung des Trapezius und Scalenus herangezogen werden, die Kontraktur derselben gibt jedoch keine Indikation zur Operation. Bayeux versuchte das Sy mp- tom bei Tieren (Hund, Hase, Pferd) hervorzurufen, doch ohne Erfolg. Eine wissenschaftliche Erklärung des hochbedeutenden Symptoms konnte er gleichfalls nicht geben. Die Resultate seiner Beobachtungen faßt Bayeux in folgenden Punkten zusammen: 1. BeischwerenLarynxsteno- sen (Croup) ziehen sich die Ster- nomastoidei aktiv zusammen. 2. Bei Erscheinung dieses Symptoms hat man operativ einzugreifen, weil man sonst durch weiteres Zögern Gefahr läuft, den geeigneten Moment zu versäumen. 3. Dieses Symptom tritt im Vereine mit den anderen klassischen Erscheinungen des zweiten Croupstadiums auf und geht den letzten Erscheinungen der Stenose unmittelbar voran. 4. Es verdient erhöhte Beachtung in der Privat praxis, wo der Zeitpunkt des Eingriffs nicht bis zum letzten Moment hinausgeschoben werden kann: während 5. man in der Spitalpraxis infolge der lokalen Verhältnisse mit dem Zuwarten bis an die äußerste Grenze aushalten kann. In obigem habe ich meine Anschauung in bezug des für den operativen Eingriff geeignetsten Zeitpunktes gekennzeichnet; daß wir nicht selten, insbesondere in der Spitalspraxis, viel später, also auch im Stadium asphycticum operierten, braucht nicht weiter motiviert zu werden, und daß der Intubationseingriff auch in solchem vorgeschrittenen Stadium der Croupkrankheit angezeigt ist, dafür spricht die nicht so spärliche Erfahrung, daß der Eingriff auch bei tief asphyktischen, sogar scheintoten Kindern {Marfan: „Cadavres apparents“) von vollem Erfolg begleitet sein kann. Fig. 15. (Nach Bayeux.)