Bókay, J. von dr.: Die Lehre von der Intubation

I. Teil. Die O'Dwyersche Intubation und deren Ausübung bei der diphterischen Larynx-Stenose

zufinden sind, erhellt aus den Artikeln von O’ Dwyer und Dillon Brown-, besonders O'Dwyer beschäftigte sich in seinen Schriften häufig mit den schlecht modellierten Tuben verschiedener Herkunft, und als interessante, ich möchte sagen historische Tatsache sei hier angeführt, daß O'Dwyer zur Wahrung der Reputation des Intubationsverfahrens es lange Jahre hindurch für nötig fand, in jedem einzelnen, durch die New Yorker Firma Ermold in Verkehr gebrachten Etui auf seiner beigelegten Karte mit Namensunterschrift zu bezeugen, daß er die Instrumente für präzis ver­fertigt gefunden hat. Noch in den jüngst vergangenen Jahren (1902) befaßt sich Nicoll im ,,Arch. of Pediatrics“ mit den schlecht verfertigten Tuben und lenkt die Aufmerksamkeit der Ärzte auf die richtig hergestellten Tuben. Ich erwähne, daß die ersten Tuben O'Dwyer s von der New Yorker Firma Tie mann verfertigt wurden, später betraute O’ Dwyer die Firma Ermold mit der Herstellung der Intubationsinstrumente und nach Northrup (1902) ist dies die einzige Fabrik, der es bei der Herstellung der Instrumente ge­lang, sämtliche Wünsche des Erfinders in vollem Maße zu berücksichtigen. Ich arbeite in dem meiner Leitung an vertrauten Spitale seit mehr als einem Jahrzehnt ausschließlich mit den Ermoldschen Erzeugnissen und kann deren Überlegenheit anderen Fabrikaten gegenüber nicht genug her­vorheben1). Die Einführung der Tuben in die oberen Luftwege geschieht mit Hilfe des Intubators, und damit die Tuben verschiedener Größe auf den Intubator pünktlich befestigt werden können, ist jede Tube mit einem eigenen ge­lenkigen Stahlmandrin (Obturator) ausgestattet, dessen oberes Ende einen beiläufig y2 cm tiefen, mit Schraubenwindungen versehenen Bohrungs­kanal besitzt. Der Intubator ist ein nach der Form einer Kehlkopfsonde gekrümmtes Instrument, dessen freies Ende mit einer y2 cm langen, Schrauben Windungen auf weisenden Metallstange montiert ist. Will man intubieren, so stattet man die nötige Tube mit dem entsprechenden Mandrin aus und fixiert die Tube durch Aufschrauben des Obturators auf den In­tubator. Die Befreiung der Tube von ihrem Mandrin geschieht durch eine gabelförmige Vorrichtung des Intubators, die auf Fingerdruck durch eine Federspirale leicht nach vorne gebracht werden kann, wodurch die Tube leicht vom Mandrin abgleitet wird (Fig. 9). Dadurch, daß der Madrin mit einem Gelenke bedacht ist, wird dessen bequeme Entfernung aus dem Tubenlumen im Momente der gelungenen Einführung möglich gemacht. Das untere Ende des Mandrins ist mit einem seitlich plattgedrückten Knopfstücke versehen, das in die Tube ge­führt, deren unteres Ende vollkommen abrundet, wodurch bei Einführung der Tube in die Luftwege die Möglichkeit ausgeschlossen ist, daß der untere freie Tubenrand die Schleimhaut ritze. Letzthin fixiert die Firma Ermold den Mandrin nicht durch eine Schraube an den Intubator, sondern läßt, indem sie sich auf meine Empfehlung der Baerschen (Zürich) Modifi­kation bedient, den Mandrin mit dem Sondenteile des Intubators aus einem Stück anfertigen (Fig. 9 6), was mit Rücksicht darauf, daß die Schrauben­windungen bald abgenützt sind, wodurch dann die genaue Einstellung der 20 Die O'Dwyersche Intubation und deren Ausübung bei der diphtherischen Larynx-Stenose. q Georg Ermold. New-York. U. St. 201 East, 23 d. Street.

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