Bókay, J. von dr.: Die Lehre von der Intubation

I. Teil. Die O'Dwyersche Intubation und deren Ausübung bei der diphterischen Larynx-Stenose

16 Die O'Dwyersche Intubation und deren Ausübung bei der diphtherischen Larynx-Stenose. wird hier ausgeschmiedet. Der Kopf ist von ovaler Gestalt und soll überall gehörig abgerundet sein, damit jede Kante entfernt ist, die eine Verletzung der Gewebe bewirken könnte. Hierauf wird das Loch für den Faden am vorderen Rande des Kopfes links durchgebohrt. Das­selbe darf nicht in das Kaliber der Tube münden, weil ansonsten eine rauhe Stelle entstehen müßte, die zur Anhäufung von Sekret leicht Gelegenheit bieten würde. Die ganze Tube wird sodann abgeplattet und dick vergoldet. In der letzten Zeit werden die Tuben mittels genauer Modelle als Zink­abgüsse hergestellt, die sorgfältig mit einer Bronzeschicht umgeben und dann vergoldet werden, wodurch bei ihrer Herstellung das Möglichste an Pünktlichkeit erreicht, und auch ihr Verkaufspreis wesentlich billiger wurde. Die äußeren Maße der Tuben sind bei Sechsereinteilung (s. w. u.) die folgenden: die Länge sämtlicher für Erwachsene bestimmter Tuben ist die gleiche, 3 Inch1). Die Länge der für Kinder bestimmten Tuben ist 25/8, 21/2, 21/4, 2, l3 */4 oder l1j2 Inch; der Durchmesser von vorne nach hinten beträgt 12/32, u/32, 10/32, 9/325 8/32 oder 7/32 Inch; die Breite des Bauchteiles macht 12/32, 11/32, 10/32, 9/32, 8/32 oder 7/32 Inch aus. Zu den obigen Angaben Dillon Browns, bemerke ich ergänzungsweise, daß O’ Dwyer und Genossen in der Diphtheriepraxis seit 1897* 2) ausschließlich mit den sog. Ebonittuben arbeiteten. Der Vorteil des Ebonits liegt im geringeren absoluten und spezifischen Gewichte, und 0’ Dwyer wollte deren allgemeine Anwendung besonders wegen der letzteren Eigenschaft gerne sehen. Die Form dieser Tuben entspricht vollkommen derjenigen der Bronzetuben und ihr Lumen ist mit einer gut abgeglätteten Bronze­auskleidung versehen. Als historische Angabe erwähne ich, daß die Ebonit­tuben in Europa meines Wissens zuerst (1898) von Bonain (Brest) an­gewendet wurden3). Ich begann alsbald nach der Mitteilung Bonains gleichfalls mit Ebonittuben zu arbeiten (1899) und verwendete dieselben seither ausschließlich. Das Ebonit ist bekanntlich eine von Goodyear im Jahre 1852 entdeckte Abart des vulkanisierten Kautschuks. Seine Farbe ist bräunlich schwarz und an Härte sowie an Elastizität kommt es dem Horn und Fischbein nahe. Aus dem Kautschuk kann es schon durch erhöhte Vulkanisierung hergestellt werden (100 T. Kautschuk und 30—60 T. Schwefel). Das erste Etui O’ Dwyers (1885) enthielt fünf Bronzetuben mit folgender Einteilung: Nr. I für 1jährige Kinder „ II » 2 >> » ,, III ,, 3—4 ,, ,, ,, IV ,, o / ,, ,, V 8 __12 5 5 » 55 ° 5 5 5 5 x) Englischer Zoll. 2) O'Dwyer präsentierte die Ebonittuben in der Fachsitzung des „American Pediatric Society“ zu Washington vom 6. März 1897. 3) Revue hebdomadaire de Laryngologie, d’Otologie et de Rhinologie. 1898. Xr. 36.

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