Bókay, J. von dr.: Die Lehre von der Intubation

II. Teil. Über den Wert der Intubation bei sonstigen mit Stenose der oberen Luftwege einhergehenden Erkrankungen

Fremdkörper in den oberen Luftwegen. 185 Am 17. Extubation. Vorher Verabreichung einer Mixtur von Chloralhydrat und Natrium bromatum. Atmet in extubiertem Zustande 3 Stunden hindurch gut, hierauf steigt die Stenose langsam an, weshalb intubiert werden muß. Am 21. vormittags 10 Uhr Extubation. Seither atmet das Kind auch ohne Tube frei. ^Nur im Schlafe meldet sich noch ein geringer Stridor. Eine Mrxtur von Chloralhydrat und Natrium bromatum wird noch Tage hindurch verabreicht. Aphonie. Am 29. geht auch die Aphonie immer mehr zurück. Atmung gut. Heilung. War insgesamt 1098% Stunden hindurch intubiert. Vor der Intubation trug das Kind die Kanüle insgesamt 11 Tage, also ungefähr 260 Stunden lang. Über die Bekämpfung des der endgültigen Kanülenentfernung entgegen­stellenden Hindernisses bei Chorditis inferior durch das Intubationsverfahren ist nach dem auf Seite 180 Enthaltenen nichts weiter zu berichten. Die Behandlung der nach längerem Tragen einer Kanüle eventuell zur Entwicklung gelangten narbigen Stenose mit Hide der sekundären Intubation wird auch durch den weiter oben mitgeteilten Fall beleuchtet, — nachdem wir zum Schlüsse des ersten Teiles dieser Arbeit die Art und Weise der erfolgreichen Erweiterung der unter anderen Umständen auftretenden narbigen Stenosen durch methodische Intubationen ausführlich behandelten, so sind wir an dieser Stelle einer eingehenden Besprechung dieses Gegen­standes enthoben. Ich erwähne, daß O’ Dwyer das Intubationsverfahren auch bei durch längeres Tragen der Kanüle bedingter Stimmbänderlähmung und Inaktivitätsparese mit Erfolg in Anwendung brachte und die sekun­däre Intubation auch bei der durch langes Tragen der Kanüle verursachten Anchylose der Arytänoidealknorpel-Gelenke bzw. bei der mit dieser Anchylose zusammenhängenden Verengerung der Stimmritze anempfohlen hatte und die Erfahrung machte, daß eine methodische Anwendung von Tuben auch hier zum Ziele führt, das heißt die endgültige Entfernung der Kanüle herbeiführen kann. In Anbetracht des in diesem Kapitel angeführten Beweismaterials kann ich nicht umhin, meiner Verwunderung darüber Ausdruck zu verleihen, daß Pieniazek, der rühmlichst bekannte Laryngologe in Krakau, in seiner im Jahre 1901 erschienenen umfangreichen Arbeit: ,,DieVerengerungen der Luftröhre“ bei der ausführlichen Darstellung des therapeutischen Handelns bei Dekanülementsschwierigkeiten das O' Dwyer sehe Verfahren als Behandlungsmittel nicht einmal der Erwähnung wert hält. 5. Kapitel. Fremdkörper in den oberen Luftwegen. Die Indikation der Intubation w-urde schon von O’ Dwyer auf die Fälle von Fremdkörpern in den oberen Luftwegen ausgedehnt, und von ihm stammt auch die Empfehlung, in solchen Fällen statt der gewöhnlichen Tuben versuchsweise direkt konstruierte kurze, runde projektilartige Tuben anzuwenden, die von O'Dwyer ursprünglich für solche Diphtheriekranke anempfohlen wuirden (N. Y. med. Journ. 26. Febr. 1897), bei denen ein Flottieren ausgedehnter und dickerer Membranen in der Luftröhre kon­statiert wurde, um der Expektoration dieser Häute Vorschub zu leisten

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