Bókay, J. von dr.: Die Lehre von der Intubation
I. Teil. Die O'Dwyersche Intubation und deren Ausübung bei der diphterischen Larynx-Stenose
genital stenosis of the larynx“ zu einer Zeit, wo der Verfasser schon nicht mehr unter den Lebenden weilte. In diesem kleinen Artikel beschrieb er den Fall eines fünf Wochen alten Säuglings, dessen angeborene Kehlkopf stenose er durch systematische Bougieeinführung in vier Sitzungen zur Heilung brachte. Außer den die Intubation bekannt machenden grundlegenden Arbeiten ist jener Artikel von besonderem Interesse, in welchem er die Entwicklungsstufen des nach ihm benannten operativen Verfahrens behandelt (1896) und eine Abhandlung, die er in der Washingtoner Sitzung vortrug, über die Ursachen und die Behandlung der längere Zeit beanspruchenden Intubationen (1897). . Das Andenken O’Dwyer s, der die Worte des lateinischen Dichters, ,,exegi monumentum aere perennius“, mit stolzem Selbstbewußtsein auf sicli hätte beziehen können, wurde von seinen amerikanischen Freunden auf eine ihm würdige Weise verewigt. Die 16 Ärztevereine New- Yorks hatten im Jahre 1899 beschlossen, eine Stiftung von 30 000 Dollars zu gründen, von deren Zinsen zwei, den Namen des Verstorbenen tragende Stipendien geschaffen wurden. In der Verleihungskommission des Stipendiums sind die Harvard-Universität, die John-Hopkins = ärztliche Hochschule, die Chicagoer Universität und die New Yorker Ärzteakademie vertreten. Das New Yorker „College of Physician and Surgeons“ aber beschloß, eine ärztliche Schule zu gründen, die für ewige Zeiten den Namen des Verstorbenen tragen soll. 14 Die O’Dwyersche Intubation und deren Ausübung bei der diphtherischen Larynx-Stenose. 2. Kapitel. 0’Dwyers Instrumentarium. Das O'Dwyer sehe Verfahren besteht darin, daß man aus solidem Stoff verfertigte und der Form des Kehlkopfs und der Luftröhre genau angepaßte Röhrchen mit Hilfe des zu diesem Zwecke konstruierten Einführungsinstrumentes durch den Mund in den Kehlkopf und in die Luftröhre bringt. Die Tuben, welche O’ Dwyer im Jahre 1885 dem Verkehr übergab (Fig. 6), stellten aus Bronze verfertigte, dick vergoldete, seitlich abgeflachte, verhältnismäßig ziemlich schwere Röhrchen dar, welche in ihrer Mitte eine bauchige Vorwölbung zeigen, am oberen Teile mit einer Metallkrawatte versehen sind und einen oval länglichen und nach Möglichkeit weiten Kanal besitzen. Die Krawatte ist an der einen Seite mit einer Öffnung versehen, welche zur Durchführung eines stärkeren Seidenfadens dient. Die Krawatte verhindert das Hinabsinken der Tube in die tieferen Teile der Luftröhre, indem dieselbe den falschen Stimmbändern anliegt, währenddem die bauchige Vorwölbung der Tube unterhalb der Cartilago cricoidea, d. h. des Cricoidealrings Stütze verschafft, beziehungsweise das Aufhusten der Tube verhindert. Späterhin hatte O’ Dwyer den unteren Tubenrand, der ursprünglich etwas scharf konisch endete, noch abgerundet. Dillon Brown schildert in seinem Vortrage „The construction of O'Dwyer tubes etc.“1), den er in der New Yorker Jahrestagung des „Ame') Transaction of the American Pediatric Society.