Bókay, J. von dr.: Die Lehre von der Intubation

I. Teil. Die O'Dwyersche Intubation und deren Ausübung bei der diphterischen Larynx-Stenose

151 haften Hindernisses die kleinste Tube Nr. I in den Kehlkopf eingeführt werden. Die Atmung ist nachher ziemlich frei und die Tube wird gut vertragen. Am 2. No­vember Extubation und anschließend Intubation mit Tube Nr. II, was ohne be­sondere Schwierigkeit gelingt. Am 4. November ist bereits die Tube III ziemlich leicht einzuführen. Am 7. November wird extubiert, nach Verlauf von 2 Stunden erheischt jedoch das anwachsende stenotische Atmen neuerliche Intubation (Tube Nr. III). Am 9. November neuer Extubationsversuch, wird aber bloß 7 Stunden lang ertragen. Am 12. November neuerliche Extubation (diesmal mit dem Ex­tubator, weil der Faden durchgebissen wurde), die Entfernung der Tube wird jedoch bloß eine halbe Stunde lang geduldet. Am 14. November Extubation nach vor­heriger Verabreichung einer Bromchloralmixtur. Diesmal duldet das Kind die Ex­tubation 3 Stunden lang. Vom 17. bis 27. November erfolglose Extubationsversuche. Am 27. November endgültige Extubation. Unsere Kranke war nach einer ungefähr 600 Stunden währenden Tuben­lage endgültig extubierbar und wurde während des Spitalsaufenthaltes insgesamt 12mal intubiert. Die Heilung ist eine vollkommene, wovon ich mich bei wiederholten Vorstellungen überzeugen konnte. Die Stimme ist vollkommen klar. 4. Narbige Kehlkopfverengerung1). A. G., 6 Jahre alt. Aufnahme am 9. Januar 1901. Vor 12 Tagen Schnupfen, Husten, allgemeine katarrhalische Erscheinungen, vor einer Woche Masern. Seit 2 Tagen Heiserkeit und stets schwerer werdende Stenose. Status praesens: Auf der Haut des rachitischen Kindes ist die nach Masern­ausschlag verbliebene bräunliche Pigmentation noch sichtbar. Über den Lungen perkutorisch keine Abweichung; die Auskultation ergibt diffuse trockene Kassel­geräusche. Zur Zeit der Aufnahme stenotisches Atmen mit jugularen und scro- bicularen Einziehungen. Wegen steigernder Atemnot Intubation um % 8 Uhr abends, worauf die Respiration frei wird und der Kranke reichlichen eitrig-schleimigen Aus­wurf expektoriert. Bald darauf tritt jedoch starker Hustenreiz und auf die Kehl­kopfgegend lokalisierte Schmerzhaftigkeit auf, weshalb der Kranke tun 9 Uhr abends extubiert wird. Nach 10 Minuten Einführung einer dem Alter von 5 Jahren ent­sprechenden Tube, doch verschlimmert sich das Atmen; nach sofortiger Extubation wird künstliche Atmung eingeleitet, worauf die Respiration frei wird. Um %11 Uhr neuerliche Intubation, danach bleibt das Atmen ruhig. 1500 Einheiten Behringsches Serum und Dampfzelt. Abendtemperatur 38,2° C. 10. Jan. Respiration ruhig. In dem aus dem Rachen entnommenen Sekret sind Löffler-Bacillen kulturell nachweisbar. Temperatur des Morgens 37,3, abends 38,5° C. Wiederholte Injektion von 1500 Einheiten Behring sehen Serums. 11. Jan. Extubation vormittags 9 Uhr 10 Minuten; nach 20 Minuten Re- intubation. 12. Jan. Um 5% Uhr morgens stellt sich bei liegender Tube erschwertes Atmen ein, weshalb Extubation erfolgt, doch wird nach 10 Minuten neuerliche Tubeneinfüh­rung benötigt. 13. Jan. Atmen bei liegender Tube vollkommen ruhig. Reichlicher eitriger Auswurf. Temperatur morgens 38,5, abends 38,5° C. 14. Jan. Extubation 3/410 Uhr vormittags, nach 10 Minuten Intubation mit Gelatine-Alaunheiltube. Husten lockerer. 17. Jan. Extubation 3/412 Uhr vormittags. Atmen vollkommen ruhig. 18. Jan. Um %7 Uhr nachmittags wieder Einführung der Gelatine-Alaun­heiltube, da die Respiration neuerdings steno tisch wurde. Husten hört auf; fieberfrei. Bromchloralmixtur. 21. Jan. Endgültige Extubation um 11 Uhr 30 Min. vormittags. 27. Jan. Dem Rachen entnommene Kultur enthält keine Löffler-Bacillen mehr. 28. Jan. Geheilt entlassen. Intubationsdauer (6malige Einführung) insgesamt: 247% Stunden. (Hier­von entfallen 139% Stunden auf die Lage der Gelatine-Alaunheiltube). Der Knabe kam am 22. Februar wieder ins Spital mit der Klage, daß sein Atmen seit 8 Tagen, besonders bei Nacht erschwert und hörbar ist. Die laryngoskopische Über die nach der Intubation entstandenen Kehlkopfverengerungen. ) Diesem Fall geschah auf Seite 133 bereits Erwähnung.

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