Bókay, J. von dr.: Die Lehre von der Intubation
I. Teil. Die O'Dwyersche Intubation und deren Ausübung bei der diphterischen Larynx-Stenose
Über das während der Extraktion entstehende Trauma. 139 schmerzhaft. Seine Bemerkungen in bezug auf das Verfahren fabt er in folgendem zusammen: ,,Dans la majorité des cas, surtout s’il y a resistance de la part de l’enfant, il faut comprimer fortement le tube entre le pouce et la colonne vertébrale, pour le chasser. II en résulte, sóit des érosions de la muqueuse trachéale, sóit des efforts de toux et de vomisse- ment souvent trés prolongés, et quelquefois mérne des spasmes laryngés morteis.“ In unserer Praxis käme bloß die Expression von Trumpp in Betracht, und obzwar diese ausnahmsweise gute Dienste leisten mag, kann sie dennoch auf allgemeine Verbreitung, in Anbetracht der wesentlichen Vorteile der Extubation mit dem Faden, keinen Anspruch erheben. Nach Vorausschickung alles dessen untersuchen wir, welche prophylaktische Vorkehrungen, in Anbetracht der Möglichkeit des Traumas, bei den einzelnen Methoden der Tubenentfernung notwendig sind. Bei Bayeux’ Verfahren kann von einer eigenen Prophylaxe kaum die Rede sein; bei der Extubation mittels des Fadens halten wir jenen Rat von Tsakiris für befolgenswert, daß in Fällen, wo die entzündliche Anschwellung des Kehlkopfeinganges die Tubenkrawatte erheblicher bedeckt, zu trachten ist, die Krawatte mit dem in die Rachenhöhle eingeführten Zeigefinger während de3 langsamen Anziehens des Fadens aus dem Kehlkopfe sanft zu entfernen (é cart er). Zweifellos beherzigenswerte Ratschläge für die instrumentelle Extubation sind: ,,in removing the tube no force is required“ (Dillon Brown), „on doit le soutenir et non le pousser“ (Gillet), — ,,bei derEinführung soll der Extubator nur zwischen Daumen und Zeigefinger pendelnd gehalten werden“ {Trumpp), (Fig. 76) — ,,les essais soient de courte durée; il faut mieux faire plusieurs essais rapides qu’un seul de longue durée“ {Tsakiris), und es ist vielleicht nicht der letzte Rat, daß man „sanft“ und „gelassen“ (avec calme et douceur) operieren soll, da Hugues recht hat, indem er meint: „le sang-froid rend ici des services, plus que dans 1’ introduc- tion: il faut pendant lextraction étre maitre de soi. Daß außer diesen die richtige Lagerung des Kranken und die Fixierung des Kopfes in der Mittellinie, die gehörige Öffnung des Mundes, die richtige Einstellung der Stellschraube des O’Dieyer sehen Extraktors Dinge von größter Wichtigkeit sind, braucht keine weitere Erörterung. Das mit der Extubation verbundene Trauma benötigt, falls der Kehlkopfeingang keine stärkere Verletzung erlitten hat, keine spezielle Behandlung. Schwerere Verletzungen erheischen eventuell eine fachkundige örtliche Behandlung, während sehr intensive Verheerungen (falsche Wege, Zerreißung der Stimmbänder, Fraktur des Ringknorbels) die sofortige Reintubation, ja sogar, wie wir sahen, auch die sekundäre Tracheotomie notwendig machen kann1). i) i) in bezug auf die der Extubation zuweilen folgenden Stimmritzenkrämpfe siehe S. 50.