Diplomáciai Iratok Magyarország Külpolitikájához 1936-1945, 2. kötet

Függelék - VI. Inhalt der Aktenstücke

Nach einer Äußerung des tschechoslowakischen Außenministers Krofta würden Deutschland und Ungarn mit der Minderheitenfrage künstlich Unruhe stiften. Die Tschechoslowakei sei zu einer Erklärung in der Minderheitenfrage bereit, allerdings nur auf der Grundlage der Gegenseitigkeit. Die Tätigkeit der Revisionsliga und die Pressekampagne in Ungarn und Polen würden wenig Garantien für die Zukunft bieten. Zur Beruhigung erklärte der ungarische Gesandte, Ungarn wolle die Tschechoslowakei unter keinen Umständen aus den Verhandlungen mit den Nachbarstaaten ausschließen, die Minderheitenprobleme seien aber in den einzelnen Staaten sehr unterschiedlich. 177. 6. 5. 1938 Chiffretelegramm des ungarischen Gesandten in Rom an den Außen­Rom minister Hitlers Italienreise soll die Achse stärken. Über die Besprechungen konnte der Gesandte keine offiziellen Informationen erhalten. Nach Gaydas privater Ansicht ist in den nächsten Wochen mit einer deutschen Aktion zur Besetzung und Einverleibung des Sudetengebietes zu rechnen; die übrigen Teile würden dann einen unter deutschem Einfluß stehenden Staat bilden; die Slowakei werde nicht zu Ungarn kommen, denn seine Stärkung liege nicht im deutschen Interesse, weil es unter Umständen Deutschlands Expansion nach dem Osten behindern könnte. Bericht des ungarischen Gesandten in Berlin an den Außenminister Nach Aussage Innenminister Fricks ist die tschechoslowakische Situation bereits unhaltbar. Über Art und Zeitpunkt einer Lösung hat er sich nicht geäußert. Der ungarische Gesandte legte die ungarische Überlegung einer völligen Aufteilung der Tschechoslo­wakei dar; er empfahl vorsichtig, die tschechoslowakische Frage durch Gebietsabtrennungen zu lösen. Bericht des ungarischen Gesandten in Berlin an den Außenminister Der Gesandte teilte dem italienischen Geschäftsträger Magistrati mit, das ungarisch —deutsche Verhältnis sei ausgezeichnet, in der tschechoslowakischen Frage bestünden gemeinsame deutsch —unga­rische Interessen. Der italienische Geschäftsträger hat kein klares Bild über das geplante Schicksal der Tschechoslowakei, aus Görings Umgebung seien Stimmen zur völligen Auflösung, aus dem Außenministerium dagegen sanftere Töne zu hören. Der italienische Geschäftsträger bezeichnete die deutsch —italieriischen Beziehungen als ausgezeichnet, das italienisch —jugoslawische Ver­hältnis als gut, die Beziehungen zwischen Italien und Frankreich als ungünstig. 180. 7. 5. 1938 Bericht des ungarischen Gesandten in Rom an den Außenminister Rom Buti erklärte, bei Hitlers Besuch in Italien seien keine neuen Vereinbarungen getroffen worden; die italienisch —deutsche Freund­schaft sei vorzüglich; die Lösung der tschechoslowakischen Frage könne sich noch Monate hinziehen. Nach Gaydas Darlegungen jedoch ist die Aktion gegen die Tschechoslowakei in nächster Zukunft zu erwarten. Hitler werde das Sudetengebiet in das Reich einverleiben, die anderen Teile werden einen scheinbar unabhängigen Staat bilden, Ungarn werde das oberungarische Gebiet nicht zurückerhalten. Nach Ansicht des ungarischen Gesand­ten ist die deutsch —italienische Übereinstimmung nicht so voll­kommen, wie von italienischer Seite betont wird. 181. 7. 5. 1938 Chiffretelegramm des Außenministers an den ungarischen Gesandten Budapest in Rom Gaydas Mitteilung zur tschechoslowakischen Frage entbehrt jeder Grundlage, da sich Hitler der ungarischen Regierung gegenüber anders geäußert habe. Der Gesandte wird angewiesen, in Erfahrung 178. 6. 5. 1938 Berlin 179. 6. 5. 1938 Berlin 956 a /

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