Diplomáciai Iratok Magyarország Külpolitikájához 1936-1945, 2. kötet

Függelék - VI. Inhalt der Aktenstücke

ungarische Regierung wolle in Wirklichkeit gar nicht verhandeln und verhindere Besprechungen, indem sie immer neue Schwierig­keiten mache. Er teilte weiterhin mit, es sei beabsichtigt, neben dem Ministerpräsidenten „Minderheiten-Direktorien" einzurichten, deren Aufgabe es sei, die Verletzungen der Minderheitenrechte zu beheben. Er ersucht, dies als erste Geste des Entgegenkommens zu bewerten. Der Gesandte ersucht um Anweisung, ob er sich in die Diskussion einzelner Punkte des rumänischen Vorschlages einlassen und welche Haltung er einnehmen soll. 155. 16. 4. 1938 Bericht des ungarischen Gesandten in Bukarest an den Außen­Bukarest minister Auf Grund seiner Besprechungen mit dem polnischen Außen­minister teilt der polnische Gesandte in Bukarest mit, die unga­risch —rumänischen Beziehungen müßten ein Stadium erreichen, daß die rumänische Regierung, sobald die tschechoslowakische Krise akut werde, die natürlichen Konsequenzen ziehen könne. Der polnische Außenminister und der polnische Gesandte halten eine ausländische Intervention für die Tschechoslowakei nicht für wahrscheinlich. Die Republik werde in ihre Grundbestandteile zerfallen. Die rumänische und jugoslawische Haltung seien vom Gesichtspunkt der allgemeinen Entwicklung und der gemeinsa­men ungarisch —polnischen Grenze fraglich; für Rumänien jedoch sei es von Vorteil, daß sich Ungarn so unmittelbar in den Schutz gegen die sowjetischen Bestrebungen einschalte und ein weiteres Hindernis für die Durchmarschversuche der Sowjetunion bilde. Diese Darlegung habe in rumänischen Kreisen volles Verständnis gefunden. 156. 18. 4. 1938 Aniveisung des Außenministers an den ungarischen Gesandten in Budapest Bukarest Anweisungen für Besprechungen zur Regelung der ungarisch­rumänischen Beziehungen. Die Aufhebung der gemischten Schieds­gerichtskommissionen und die Wünsche zum Artikel 51 des Frieden­vertrages von Trianon sind unannehmbar, in dieser Angelegenheit wird die Diskussion von ungarischer Seite als beendet betrachtet, einzelne Punkte des überreichten rumänischen Vorschlages dagegen gestatten eine Diskussion. Die Frage der Minderheiten in den drei Staaten der Kleinen Entente kann auf keinen • gemeinsamen Nenner gebracht werden. In der Tschechoslowakei wird ein Statut für allen Minderheiten ausgearbeitet, hier sind die weitestgehenden Zugeständnisse zu erwarten. Wenn Bukarest und Belgrad dem Prager Beispiel folgen würden, könnte die Frage zur allseitigen Zufriedenheit geregelt werden. Ungarn sei bereit, mit jedem der drei Staaten einzeln zu verhandeln und hält es zunächst für zweckmäßig, mit Rumänien und mit Jugoslawien zu verhandeln. 157. 22. 4. 1938 Bericht des ungarischen Gesandten beim Vatikan an den Außen­Rom minister Nach Ansicht Kardinal Pacellis werden die Verbündeten der Tschechoslowakei — trotz aller rechtlichen und moralischen Verpflichtung — sie nicht unterstützen. Aus einer allgemeinen Furcht vor dem Krieg würden sich die Regierungen mit den vollendeten Tatsachen abfinden. Der Vatikan führe mit der Tsche­choslowakei keinerlei Verhandlungen und hoffe, daß sich das Problem ohne Krieg werde lösen lassen; Ungarn werde ein großes Gebiet zurückerhalten. 158. 24. 4. 1938 Chiffretelegramm des ungarischen Gesandten in Bukarest an den Bukarest Außenminister Im Interesse rumänisch —ungarischer Verhandlungen hat der Gesandte Verbindung mit dem rumänischen Außenminister aufge­952

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