Papp Izabella: Görög kereskedők a Jászkunságban - Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Levéltár Közleményei 6. (Szolnok, 2004)

GRIECHISCHE HÄNDLER IN JAZYGKUMANIEN AUF GRUND DER DOKUMENTE VON ZWEIHUNDERT JAHREN Das Griechentum von Ungarn spielte in den 18. und 19. Jahrhunderten im wirtschaftlichen und Handelsleben unseres Landes eine recht große Rolle. Die Benennung Grieche bezeichnete die Händler verschiedener Nationalität aus Balkan, die wegen der immer stärkeren türkischen Unterdrückung und Mangels an Lebensunterhaltsmöglichkeiten ihre Heimat zu verlassen gezwungen wurden. Für sie bedeutete sehr gute Chance sich zum europäischen Handel zu schließen. Anfangs führten sie einen Wanderhandel zwischen ihrer Heimat und den westlichen Gebieten, später siedelten sich viele von ihnen in Ungarn an, wo es für sie in den Bereichen Handel und Kreditierung keine wichtige Konkurenz gab. Im zwischen der Donau und der Theiß liegenden Jazygien war der Handel niedrigeren Niveaus als der anderswo im Land. Deswegen überließen die sich mit Ackerbau und Viehzucht beschäftigenden Einheimischen gerne den Händlern aus Balkan, die von der Türkenzeit an ständig in diese Gegend gekommen waren, diese von ihren Fähigkeiten und Neigungen fern stehende Tätigkeit. Obwohl sich die Griechen ihren Sitten, ihrer Sprache und ihrer Religion nach von den örtlichen Einwohnern völlig unterschieden, wurden sie von den über große Privilegien verfügenden Gemeinschaften fast ohne Widerstand aufgenommen. Darin spielte eine wichtige Rolle, dass die bedeutenden Schicksalswenden der Geschichte der Jazygkumanen gerade auf die Zeit des Einzugs und der Ansiedelung der Griechen fielen. Im Jahre 1702 verkaufte der Herrscher dem Deutschen Orden Jazygkumanien, dadurch gerieten die früher freien Bewohner in den Fronstand. Marie Theresia ermöglichte 1745 die Redemption, die Selbstablösung aus egener Kraft, die für die hier Lebenden ein außergewöhnliches finanzielles Opfer bedeutete. Einen maßgeblichen Teil von diesen Lasten übernahmen auch die schon hier wohnenden Griechen mit ihren Mitteln. Alle der Griechen aus Jazygkumanien beschäftigten sich anfangs mit dem Ladenverkauf, später mieteten sie Kneipen, Gasthäuser und Metzgereien, was von hohem Nutzen war. Neben der Steuerung, der Soldatenstellung und sonstigen öffentlichen Lasten spendeten sie freigiebig für die Gemeinden und verliehen den Einheimischen oft bedeutende Summen. Diejenigen, die schon längere Zeit in je einer Gemeinde verbrachten, konnten sehr gut wahrnehmen, dass das Grundstück im Kreis der Jazygkumanen einen recht großen Wert hatte. Deswegen bestrebten sie sich auch selber Immobilien zu kaufen und infolge ihrer guten finanziellen Lage gerieten mehrere von ihnen zur höchsten Schicht der lokalen gesellschaftlichen Hierarchie und sie wurden zu den Redempten. Die anderen bekamen im örtlichen öffentlichen Leben eine wichtige Rolle. Die Quellen beweisen, dass ihre Assimilation viel ungestörter verwirklicht worden war als die auf den anderen Gebieten des Landes. 335

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