Inventare Teil 8. Inventar des Kriegsarchivs in Wien (1953)

II. Band - 1. Die Feldakten

5 regelte das AOK. 1916 grundlegend diese Fragen5). Alle Akten vom Brig.- Kmdo. aufwärts waren nunmehr direkt an das KA., jene der k. u. Ldw.(Lst.) an das k. u. LVM. in Budapest abzuführen6). 1917 wurde die Abgabe von Feldakten dahin eingeschränkt, daß nur operative Akten von der Brigade aufwärts an das KA., die nicht operativen an die Mil.Kmdos oder an die Registratur des KM., Akten der Regimenter u. dgl. an die Ersatzkörper ab­zuliefern seien. Dementsprechend ist auch der überwiegende Teil des vorhandenen Schrift­gutes operativen Inhaltes. Seine Geschlossenheit ist allerdings sehr ver­schieden. Dem Charakter des Bewegungskrieges und der zunächst noch ein­fachen Befehlsgebung gemäß ist das Feldaktenmaterial des Jahres 1914, vor allem der niederen Heereskörper, eher dürftig. Erst allmählich werden die Bestände dichter, um dann im letzten Kriegsjahr, infolge von Verlusten beim Zusammenbruch, wieder größere Lücken aufzuweisen. Bei der Aufstellung des Bestandes war das Bestreben vorherrschend, die alten Feldkanzleien in ihrem ursprünglichen Umfang zu rekonstruieren. Nur in einzelnen Fällen (Kriegsgliederungen, Gefechtsberichte, „Deutsche For­mationen“) wurden Selektsammlungen angelegt. Allerdings, eine ins Einzelne gehende archivalische Bearbeitung der Feldakten war bisher nicht möglich, abgesehen vom AOK. bedarf die überwiegende Anzahl der Bestände einer solchen. Demnach sind daher auch dort, wo im nachstehenden Detailverzeich­nisse angeführt sind, die Zahlenangaben oft nur als Anhalt zu werten. 1. Das k. u. k. Armeeoberkommando (AOK.). (Bestandsverzeichnis: AB. 104—2—4.) a) Geschichte des AOK.: Das k. u. k. AOK. war dazu bestimmt, die Operationen der mobilen Landstreitkräfte und der operierenden Flotte zu leiten. Das AOK.7) wurde nach der Mobilisierung gegen Serbien und Montenegro am 25. 7. 1914 in Wien aufgestellt, um die Leitung der drei zunächst aufgebotenen Armeen (2., 5. und 6.), sowie der Flotte und der Donauflottille zu übernehmen. Armeeober­kommandant war zu Beginn der Gdl. Eh. Friedrich, Chef des General­stabes Gdl. Franz Frh. Conrad v. Hötzendorf8). Den Posten des Marinekommandanten bekleidete Admiral Anton Haus. Nachdem am 31. 7. 1914 die allgemeine Mobilisierung verfügt worden war, wurde am 7. 8. der bisherige Kommandant der 6. Armee, FZM. Oskar P otior ek, zum Ober­kommandanten der Balkanstreitkräfte ernannt, die ab 21. 8. dem Kaiser unmittelbar unterstellt wurden. Dem AOK. oblagen daher von diesem Zeit­punkt an nur die Operationen gegen Rußland und die Verwendung der Flotte. Am 16. 8. 1914 verließ das AOK. Wien und traf tags darauf in Przemysl ein. Hier verblieb es, bis die Schlacht von Rawa-Ruska-Lemberg die Zurücknahme des Nordheeres notwendig machte. Das AOK. verlegte darauf am 12. 9. seinen 5) AOK., Pers. Nr. 1216 v. 1916. 6) Sie sollten dort kopiert und die Originale sodann nach Wien gesendet wer­den. Tatsächlich langten sehr wenige Honvéd-Aktén ein. 7) Vgl. hiezu, besonders bezüglich der Stellenbesetzung: ÖU1K., I. S. 58 ff.; sowie: FM. Conrad, Aus meiner Dienstzeit 1906—1918; Wien 1921/1925, IV. S. 230 ff. — Vgl. ferner das Dienstbuch E—53. 8) Siehe auch S. 39 ff.

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