Inventare Teil 7. Inventar des Wiener Hofkammerarchivs (1951)
Die Bestände des Wiener Hofkammerarchivs - 35. Präsidialakten (1797-1824)
138 35. Präsidialakten Fasz. 7 Österreich ob der Enns (10 Fasz.) 8 Tirol und Vorarlberg (3 Fasz.) 9 Vorderösterreich (2 Fasz.) 10 Galizien (36 Fasz.) 11 Pensionen, Provisionen, Gnadengaben (25 Fasz.) Fasz. 12 Rechnungswesen (30 Fasz.) 13 Reise- und Liefergelder (3 Fasz.) 14 Bauwesen (13 Fasz.) 15 Bergwerkssachen (2 Fasz.) 16 Salzgüter-Tausch-Geschäfte (2 Fasz.) 217 Faszikel, 18 Bücher. 35. Präsidialakten (1797—1824) Der Bestand der Hofkammerpräsidialakten setzt mit September 1797 ein. Den Anlaß zur dauernden Sonderlegung der unmittelbaren im Büro des Hofkammerpräsidenten gearbeiteten Akten gibt eine Änderung in der Behördenorganisation. Mit Reskript vom 7. September 1797 waren die Finanzangelegenheiten aus dem Verband des auch die zentrale politische Verwaltung umfassenden Directoriums gelöst und der Leitung des am 14. Oktober zum Finanzminister und Hofkammerpräsidenten ernannten Grafen Saurau unterstellt worden 1). Als Saurau im April 1802 zum Botschafter in Petersburg ernannt wurde, wurden seine Präsidialakten mit einem nachträglich angelegten Verzeichnis (Skontro) seinem Nachfolger, Graf Lazansky, übergeben und sind zum Grundstock der dann seit 1803 regelrecht mit gleichzeitig geführten Registern versehenen Präsidialregistratur geworden. Das Hofkammerarchiv bewahrt diese chronologisch nach Nummern geordnete allgemeine Reihe der Präsidialakten bis 1824 in 196 Faszikeln und 39 Behelfbüchern sowie 11 Resolutionsbüchern. Dem Bedürfnis einer besonderen Geheimhaltung gewisser im Präsidialbüro der Hofkammer bearbeiteten Agenden danken zwei weitere Abteilungen der Präsidialakten des Hofkammerarchivs und deren Behelfsbücher ihre Entstehung: die „Geheimen Präsidialakten“ und die „Sehr geheimen Präsidialakten“. Die „Geheimen Präsidialakten“ setzen mit November 1810 ein und reichen wie die allgemeine Aktenreihe bis 1824 (bis zum Tod des Hofkammerpräsidenten Grafen Stadion) mit ihren Registern und Indizes herauf. Man wird nicht fehlgehen, wenn man in den im kleinsten Kreis bewerkstelligten Vorbereitungen für das bekannte Finanzpatent des Hofkammer- präsidenten Grafen Wallis vom 20. Februar 1811 den Anlaß zur Entstehung dieser Aktengruppe sieht. Der überwiegende Teil dieser Akten ist der Korrespondenz mit der Polizeihofstelle gewidmet. Eine Art Vorläufer der „Geheimen Präsidialakten“ sind die „Sehr geheimen Präsidialakten“, welche eine Sonderlegung aus den allgemeinen Präsidialakten darstellen, zu denen später ein Index angefertigt wurde. Diese Gruppe enthält Akten aus den Jahren 1804 bis 1810. Die beiden Gruppen sind in 32 Faszikeln aufgestellt, zu denen zwölf Behelfbücher gehören. Den Präsidialakten angegliedert sind noch drei Faszikel mit Register und Index: die „Präsidialakten in Rettungssachen“. Sie verdanken ihre Entstehung den Anstalten, welche das Handschreiben des Kaisers vom 13. Juli 1813 an den Hofkammerpräsidenten Grafen Ugarte auslöste. Kaiser Franz, der damals einen letzten Versuch unternahm, den Krieg zwischen Napoleon und Rußland-Preussen auf einem Kongreß in Prag beizulegen, bei seinem Scheitern aber selbst in den Krieg gegen Frankreich einzutreten *) *) A. Beer, Die Finanzverwaltung Österreichs 1749—1816. (MIÖG., 15. Bd., S. 309.)