Inventare Teil 5. Band 6. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1938)
Die Klosterarchive von Walther Latzke
Geschichte einzelner Klosterarchive: St. Georgs-Ritterorden (Millstatt). 613 fürnehme brieffliche urkhunden aus dem grossen altten brieffcassten aus vielten billichen Ursachen in ain andern khlenern cassten überlegt, und auch von newen beschriben aus der Ursachen worden, das viel original- brieff aus der schazkammmer von undterschidlichen und zu undter- schidlichen zeitten genohmen und nit widerumb zugeschickht, noch aus der hoffregistratur außgethan worden, item das viel darinen vergebene brieff verzaichnet und mit denen, an welchen nit wenig gelegen, vermischet, so ist die nachvolgunde tabula über die titeln des neuen cassten auffgericht, wie volgt.“ Diese Neueinteilung des Archivs sah so aus: No. 1: Saltzburg; Graven zu Görtz, Cilli, Orttenburg; vogthey Sommeregg (fol. 7—11 v.). — No. 2: erbgerechtigkhait dem gotzhauß Mülstatt gehörig (fol. 4-8—51 v.). — No. 3: khauffrechtbrieff, item kauffrecht-revers, darein auch erbrecht verstanden, und auffsanndungen (fol. 61 v.—72 v.). — No. 4: S. Lorentz im Mürzthall (fol. 25—29 v.). — No. 5: freyhaitten (fol. 43 bis 46). — No. 6: jus patronatus: Sannt Focat, Spitall, Rechperg, Lisseregg, Potzen (fol. 12—13 v.). — No. 7: pfarr Pürg in Enßtal gelegen und S. Merten spitall zu Wien (fol. 18—19, 30—31). — No. 8: vertzichten (fol. 73 bis 74). — No. 9: confirmationes (fol. 46v.—47 v.). — No. 10: sonst geistliche Sachen (fol. 76—78). — No. 11: gabbrieff (fol. 37 v.—42). — No. 12: lehen- brieff und derselben auffsandung und lehenrevers, item lehen auff die hoch- maister (fol. 55 v.— 61, 37). —- No. 13: probstey Werdt (fol. 20—24 v.). — No. 14: Newstatt: stifft in der burgkh zur Newstatt, S. Ulrich, abbtey Neustatt (fol. 14—17 v.). — No. 15: urbarbüecher unnd diennstregister (fol. 74 v.—75). — No. 16: stifftbrief, stifftrevers und capitelssachen (fol. 31 v. bis 36 v.). — No. 17: khauff- und wechselbrieff aulf den orden und von dem orden (fol. 31 v.—36 v.). — No. 18: Schlösser und ämbter: Sternberg, Steyerberg, Petronel, Scharffenegg, Trautmanstorff, ambt Capel und Rechperg, ambt Reichenaw und Gegent, Landscron, Thweng, Pintzgaw (fol. 52 bis 55 v.). Textlich ist die „Registratur“ von 1598 nichts anderes als eine selektive Abschrift von Putschs Repertorium, d. h. es wurden diejenigen Eintragungen Putschs, die sich auf Urkunden bezogen, denen auch die Jesuiten 1598 noch aktuellen Wert beimaßen, wortwörtlich abgeschrieben. Die zur Abschrift bestimmten Eintragungen wurden in Putschs Repertorium mit einem kleinen Ringlein am Blattrande bezeichnet. Auch die Reihenfolge von Putschs Abteilungen wurde beibehalten, freilich kam eine ganze Reihe von Abteilungen als nicht mehr aktuell in Wegfall. In den Jahren 1599 und 1600 hat ein zweiter Schreiber noch eine Reihe von Nachträgen gemacht, ja die Abteilungen „quittungen“, „vertzichten“ und „urbarpuecher“ wurden jetzt erst eingetragen. Auch nach 1600 wurden noch Nachträge gemacht. Bei all diesen Nachträgen handelt es sich um alte Stücke, die Putsch seinerzeit nicht verzeichnet hatte. Die 1598 in die „Registratur“ aufgenommenen Urkunden erhielten alle eine Nummersignatur, die in zierlicher Schrift Ab- teilungs- und Stücknummer zeigt (z. B. No. 13. 2.). Das gegenseitige Zahlenverhältnis der Abteilungen in Putschs Repertorium und in der „Registratur“ von 1598 soll durch nachstehende Tabelle veranschaulicht werden. Ihre erste Rubrik enthält die Putsehischen Ab-