Inventare Teil 5. Band 6. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1938)

Die Klosterarchive von Walther Latzke

558 Die Klosterarchive. (föl. 187) bringt in der Reihenfolge der Nummern von 1574 (samt den Nachtragsnummern bis 169) ausführliche Regesten über die einzelnen Urkunden. b) Das Archiv des Zisterzienserinnenklosters Ybbs. Der urkundliche Bestand dieses Klosters, der bis an den Anfang des 14. Jahrhunderts zurückreicht, hat allem Anscheine nach, solange das Zisterzienserinnenkloster bestand, überhaupt keine archivarische Ordnung erhalten. Die Urkunden weisen keinerlei Spuren einer älteren Inventarisie­rung auf, die knappen Dorsualnotizen sind ganz uneinheitlich. Bei der Übernahme der Administration des Klosters und eines großen Teiles seiner Güter durch den Abt von Säusenstein (1581) wurde das Ar­chiv zweifellos dorthin gebracht. Denn als die Klosterkommissäre Andreas Prudentius und Antoni Capeller zum Zwecke der Übernahme der Ybbser Klostergüter für das Königskloster am 28. Juni 1601 nach Säusenstein kamen, wurden ihnen von Abt Johann „alle khirchenornat, stüfftbrief unnd andere briefliche uhrkhundten, sambt drey alten dienstbüchern in folio, welches alles er bey sich zue Seissenstain gehabt, zuegestellet“.1 In dem anläßlich der Übergabe in zweifacher Ausfertigung hergestellten „Inven­tarium aller ligunden und farunden güetter, rendten, gulden, underthonen und anderen Sachen zu dem clösterl zu Ybbs zum Heiligen Geist genandt gehörig...“, von dem ein Exemplar dem Hofrichter des Königsklosters Michael Schreckinger eingehändigt wurde, findet sich über das Archiv der summarische Vermerk: „privilegia und andere des gottshauß brieffliche urkhunden: der Privilegien und anndern priefflichen urkhunden auff per­gament mit angehengten sigiln, derer gleichwoll etliche wegen alters zer­brochen und abgefallen, zu diesem gottshauß gehörig, befinden (sich) in ainem langen trüchell 193 (?) stuckh; sollen durch den hoffmaister der khün. neuen stifft ersehen und, was sie andreffen, beschriben und registriert werden; item etliche alte handlungen, verträg, außwexlbrieff und betzeti; item zwei alte grosse dienst oder urbaribücher; item ein neues urbar oder dienstbuech“.1 2 Nach der Überführung des Ybbser Archivbestandes in das Königs­kloster hat der Hofrichter Michael Schreckinger die Urkunden zunächst in ein Kopialbuch eingetragen. Dieses trägt den Titel „ Brieffliche documenta Ybbs betreffend“ 3 und beginnt mit dem Vermerk „des clessterls Yps brieff­liche urkhunden, so hernach aingeschriben, so vili man deren mit dem clessterl Yps eingeandtwordt und in das closter überant(wort) worden, der erste stifftbrieff ist nicht zu finden“. Es enthält teils Abschriften, teils kurze Regesten von 58 Urkunden, die durch die nachstehend angeführten Obertitel in Sachgruppen zerlegt sind: fol. 1 „folgen die freyhaiten“ (Nr. 1 bis 10), fol. 9 „volgen die gab- und stifftbrieff“ (Nr. 11—31), fol. 32 „volgen 1 Bericht der Klosterratskommissäre an Erzhg. Matthias, 1601 Juni 29, Ybbs; Original, nöLA., Klosterakten 348, Kopie, StA., Hs. Böhm Suppl. 133, fol. 11—15, Hs. Böhm Suppl.145, fol. 9 v—13, Nat. Bibi. Cod. 13639, p. 115—119. 2 Original, StA., Königskloster 2. 3 Ebenda, Hs. Böhm Suppl. 144.

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