Inventare Teil 5. Band 6. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1938)

Die Handschriftenabteilung von Fritz Antonius

1I./7. Hofbibliothek. 255 Denn in diesen Bänden waren, dem Verzeichnis zufolge, „die im hie­sigen k. k. Schatzgewölb zu Wien1 enthaltenen geheimen Hausschriften registriert“, oder nach der lateinischen Fassung, sie enthielten die partes I—III „Catalogi sive summarii Tabularii id est Archivi Caesarei, quod Wiennae est“. Diese drei Bände sind trotz der beigefügten genauen Blatt­zahlen heute unauffindbar und müssen wohl später irgendwie verloren­gegangen sein. Besser steht es mit den drei übrigen in der Liste enthaltenen Archiv­verzeichnissen. Die Bände 154 und der mit N N bezeichnete —- Inventarien über die in der k. k. Schatzkammer zu Wien befindlichen geheimen Haus­schriften — entsprechen den heutigen AB. 339 und 338, wobei sich aller­dings nicht feststellen läßt, ob sie wirklich, wie in der Liste vermerkt, zu­nächst beim Obersthofmeisteramt, bzw. bei der Staatskanzlei „aufbehalten“ worden, bzw. wie lange sie dort geblieben sind. Der bei der Handschrift 70 jur. civ. angeführte Auszug schließlich von „allerlei Briefen, so zu Wien im Schatzgewölb und Registratur unter der Rubrica Fürsten von Österreich aufbehalten werden“, findet sich in Suppl. 59 als Fol. 9—86 beigebunden. Es handelt sich in diesem letzteren Fall jedoch nicht um ein Archivver­zeichnis im eigentlichen Sinn, sondern um eine gelegentlich der tirolischen Länderteilungen in der in Wien „hinterlassenen“ Abteilung der Reichs­kanzlei oder in der Kanzlei des Erzherzogs Matthias verfaßte Zusammen­stellung der einschlägigen Urkunden des Schatzgewölbes. Derselben Pro­venienz, wenn auch nicht zum selben Zweck angefertigt, dürften die vor­erwähnten beiden Bände AB. 338, 339 sein, während es bei den drei Schatz­gewölbeverzeichnissen dahingestellt bleiben muß, ob es sich hier um gleich­zeitige oder um jüngere Elaborate gehandelt hat. Ebenfalls der Wiener Abteilung der Reichskanzlei oder — und zwar zum Teil sicher — der Kanzlei des Erzherzogs Matthias entstammt die zweite Gruppe dieser Hofbibliotheks-Handschriften: österreichische Kopial- bücher und Aktensammlungen von der Wende des 16. und 17. Jahrhun­derts, die auch zumeist in Zusammenhang stehen mit den damaligen Län­derteilungen und Auseinandersetzungen im Schoß der habsburgischen Familie. Es handelt sich dabei um folgende Handschriften: C o d. j u r. c i v. 20 (Suppl. 10), 68 (Böhm 136), 69 (Suppl. 6), 70 (ein Teil in Suppl. 59, Rest nicht auffindbar), 102 (Böhm 285), 103 (ein Teil in Suppl. 59, ein Teil in Österr. Akten Tirol Fasz. 19, Rest nicht auffindbar), 105 (Suppl. 60), 111 (Suppl. 9), 136 (Suppl. 8), zwei Bände S. N., heute Österr. Akten Tirol Faszikel 19; ferner Cod. hist. prof. 215 (Suppl. 1183), 327 (ein Teil in Böhm 438, ein Teil in Böhm 682, Rest nicht auffindbar),2 391 (Böhm 137), 574 (Suppl. 95), ein Band S. N. (Suppl. 76); schließlich ein Diplomatar ohne nähere Bezeichnung (Böhm 9), das ebenso wie Suppl. 76 wohl aus Inns­bruck stammen dürfte.3 Neben diesen Kopialbüchern und Aktensammlungen des 17. Jahrhun­derts finden sich in unserem Bestand jedoch auch einige ältere Bände der Reichskanzlei,4 wie Cod. jur. civ. 112 (Suppl. 20), 129 (heute Reichstags­1 Vgl. oben S. 13 ff. 3 Nur Böhm 438 ist Provenienz Reichskanzlei, Böhm 682 offenbar belgischer Herkunft, vgl. oben S. 201. 3 Vgl. oben S. 196. 4 Vgl. oben S. 171 ff.

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