Inventare Teil 5. Band 6. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1938)

Die Handschriftenabteilung von Fritz Antonius

256 Die Handschriftenabteilung. aktén Faszikel 29 b), 199 (Böhm 22)1 und 130 (Böhm 618). Drei Bände stammen aus Innsbruck, und zwar 82 und 83 jur. civ., wovon der erste (Böhm 84) aus Ambras (Cod. 321), der zweite (Böhm 506) aus dem Inns­brucker Schatzarchiv, dann Nr. 369 hist. prof. (Böhm 430) aus der Inns­brucker Regimentsregistratur. Die letzteren beiden wurden übrigens 1882, bzw. 1885 nach Innsbruck ausgeliefert.1 2 Dem Wiener Schatzgewölbe gehörte vermutlich der Band 227 hist. prof. (Suppi. 7) an, ferner der nicht näher bezeichnete Band Böhm 106, endlich die beiden Codices hist. prof. 678 und 915, von denen der erstere tatsäch­lich niemals in den Besitz des StA. gekommen zu sein scheint,3 der zweite im Jahre 1869 an die Hofbibliothek zurückgestellt worden ist.4 Drei Handschriften sind offenbar spanischer Provenienz, und zwar 185 jur. civ. (Suppl. 102) mit einer Widmung des Johannes Sambucus an Kai­ser Maximilian II., 121 und 560 hist. prof. (Böhm 85 und 33). Der Band 913 hist. prof. (Böhm 57) ist in der Kartause Mauerbach ent­standen, 708 hist. prof. (Böhm 581 und 582) im Kloster Niederaltaich. Ein Codex der böhmischen Kanzlei, jur. civ. 198 (Böhm 183), wurde im Jahre 1923 an die Tschechoslowakische Republik abgetreten.5 Von sicheren Provenienzen wären endlich noch zu erwähnen die vier Bände der Hohendorfschen Bibliothek Nr. 91, 94 und 95 (Böhm 657—660), wie diese ganze Sammlung belgischer Herkunft.6 Wie schon in der vorstehenden Aufzählung angedeutet, besitzt das StA. heute nicht alle der damals 1749, bzw. 1754 aus der Hofbibliothek übernommenen Handschriften mehr. Einige wurden später erwiesener­maßen abgegeben, andere, die aufgelöst wurden, sind heute zum Teil un­auffindbar, von einigen wenigen vermögen wir überhaupt nicht zu sagen, wo sie geblieben sind oder was mit ihnen geschehen ist. Die erste Auslieferung oder besser Rücklieferung erfolgte schon im Jahre 1812 an die Hofbibliothek. Das Jahr vorher — 1811 — hatte näm­1 Formelbuch Kaiser Sigismunds; vgl. darüber Herrn. Heimpel im Archiv für Urkun­denforschung Bd. 12, Heft 1, S. lllff. 2 Vgl. oben S. 178f., 196. 3 Cod. 678, das Rationarium Austriae et Styriae, wurde von Rauch im Jahre 1793 nach dem damals in der Hofbibliothek befindlichen Codex abgedruckt und erscheint nicht in dem 1812 begonnenen alten Handschriftenverzeiclmis (AB. 446). 1829 wurde der Band seitens der Hofbibliothek offenbar irrtümlich reklamiert (vgl. unten), 1840 von Chmel („Die Handschriften der k. k. Hofbibliothek“ I, S. 569) in der Hofbibliothek bearbeitet; vgl. unten. 4 Cod. 915, Die Chronik des Jans Enenkel, trug im StA. die Signatur Österreich 1 und wurde zusammen mit der Handschrift Österreich 2, der Chronik des Albert v. Bon­stetten, im Jahre 1869 an die Hofbibliothek abgetreten; vgl. unten. 5 Vgl. oben S. 167. 6 Vgl. über diese Bibliothek und ihre Erwerbung durch die Hofbibliothek: Kollár, Commentarii zu Lambeccius, I, S. 758: . . . [unter Karl VI.] . . . complures Bibliothecae integrae fuerunt comparatae. Earum prima fuit bibliotheca Georgii Guilielmi L. Baronis de Hohendorf, cohortis equestris Eugenianae Tribuni fortissimi pariter atque eruditissimi, sexaginta florenum millibus anno 1720 in Belgio empta. Continebat libros impressos, i. e. auctorum opera, in plura plerumque volumina digesta sex mille, septingenta, triginta et unum; porro typis pariter scriptos, sed doctorum hominum scholiis, manu scriptis, insignes, sex supra quinquaginta; codices manu exaratos eximios prorsus et elegantis delectus, ducentos quinquaginta duos: universim librorum millia septem triginta et novem. Bibliothecae huius catalogus exstat, anno 1720 Hagae Comitum typis evulgatus in 4. rariorum librorum amatoribus non ignotus, quem hic testem eorum, quae dixi, laudare possum. . ..

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