Inventare Teil 5. Band 6. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1938)

Die Handschriftenabteilung von Fritz Antonius

II./2. A. Schatzgewölbe. 177 StA. Es waren das die Handschriften: Böhm 963 (Hofkammer D 87), 1083 (Hofkammer D 92) und Suppl. 426 (Hofkammer D 83), letztere, das Ver­zeichnis des Görzer Archivs, heute aufgestellt als AB. 331. Die Übergabe dieser Bände erfolgte am 5. Sept. 1851. Schon bei dieser Einlieferung gab Chmel der Hoffnung Ausdruck, daß man die früher verlangten, aber diesmal noch verweigerten Gedenk­bücher und Diplomatarien bei einem erneuten Versuch erhalten werde, aber erst fast 20 Jahre später ging diese Hoffnung wenigstens zum Teil in Erfüllung. Im Jahre 1869 hatte nämlich Arneth den Faden wieder auf­gegriffen und im Frühjahr 1870 erhielt auf diese Anforderung hin das StA. wirklich zwar nicht die Gedenkbücher, aber 25 andere Codices aus­gefolgt, von denen sich bei näherer Betrachtung 22 als dem Schatzarchiv zugehörig erweisen. Es sind das die Handschriften: Böhm Suppl. 407 (D 40), 408 (D 42), 409 (D 41), 410 (D 43), 411 (D 165), 412 (D 89), 413 (D 85), 414 (D 47), 416 (D 53), 418 (D 115), 419 (D 116), 420 (D 90), 421 (D 84), 422 (D 86), 423 (D 152), 424 (D 7), 425 (D 70/11), 427 (D 130), 428 (D 133), 429 (D 106), 430 (D 91), 431 (D 88).1 Diese 22 Codices — nebst drei nicht dem Schatzgewölbe angehörigen — wurden am 9. April 1870 dem StA. einverleibt, wobei nur das eine rätsel­haft bleibt, warum nicht die restlichen vier Handschriften der Provenienz Schatzgewölbe, die das Hofkammerarchiv noch besaß, mitangefordert und mitübergeben wurden. Dies um so mehr, als z. B. der Codex 425 —D 70/11 — den zweiten Band zu dem im Hofkammerarchiv zurückgebliebenen D 70/1 darstellt!1 2 Mit dieser letzten Einlieferung aus dem Hofkammerarchiv haben wir nun alles erfaßt, was an Handschriften der Provenienz Schatzgewölbe seit der Mitte des 18. Jahrhunderts nachweislich ins StA. gekommen ist. Wir dürfen also annehmen, daß alle übrigen Handschriften des Schatz­gewölbes, die unsere Sammlung heute enthält, einschließlich der jetzt ver­schollenen, im Weinkopfschen Verzeichnis noch angeführten Bände, tat­sächlich von Rosenthal mit dem Schatzgewölbe selbst im Jahre 1753 übernommen worden sind. Es erübrigt uns also nur mehr, eine Zusammen­stellung jener Bände zu geben, die sich — einschließlich der oben an­geführten — mit Sicherheit oder wenigstens Wahrscheinlichkeit als dem Schatzarchiv Wien zugehörig erkennen lassen, um den Bestand „Wiener Schatzgewölbe“ in seiner Gesamtheit aus der Sammlung herauszuheben. 1 Einige der Bände, so 413, 419, 420, 425, scheinen aus dem Grazer Schatzgewölbe zu stammen und von dort 1785 in die Hofkammer gekommen zu sein. Der Hofkanzleiadjunkt Joh. Nep. Klang brachte damals 5205 Urkunden und 38 Bände Repertorien, Lehenbücher und Urbare nach Wien, die im Hofkammerarchiv hinterlegt wurden. Da ein Verzeichnis dieser 38 Bände nicht vorhanden ist, läßt sich nicht mit Sicherheit entscheiden, wie weit die 1870 übernommenen Handschriften mit den 1785 aus Graz eingelieferten identisch sind. 2 Das Hofkammerarchiv besitzt heute noch folgende Handschriften der Provenienz Schatzgewölbe: Nr. 42 — D 156 — Konzil von Konstanz; Streit zwischen Herzog Friedrich und dem Bischof von Trient 1416/17; Nr.43 — D 70/1—Innerösterr.KopialbuchFriedrichsIII. 1443—1453; Nr. 44 — D50 — Register Friedrichs III. 1489—1491; Nr. 46 — D131 — Gedenk­buch 1519/20; Nr. 107 — Rechnungsbuch der Ämter des Besitzes der Leopoldinischen Linie 1421—1423 (früher Herrschaftsakten Orth). Ob diese letztere Handschrift ursprünglich im Schatzgewölbe war, bliebe noch zu untersuchen. Inventare des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs, Bd. 6. 12

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