Inventare Teil 5. Band 6. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1938)

Die Handschriftenabteilung von Fritz Antonius

176 Die Handschriftenabteilung. Zinslehenbuch von Österreich ob der Enns, 1480 = ßöÄm 46, sig. DD; 11. Register der Kanzlei-Geschäftsbriefe von 1466, sig. EE; 12. Re­gistratur, die Steuern etc. der Juden betreffend, von 1340 bis 1420, sig. FF; 13. Kanzley-Taxbücher von 1450 und 1479, sig. GG; 14. Amtskanzley-Taxbücher, Grätz 1454, sig. HH; 15. Urbar­buch, die Gült des von Chappellen enthaltend, von 1385 = Böhm 37, sig. II; 16. Urbarbücher von Ränaridl 1488 und 1498, sig. KK; 17. Urbarraitungen von Ober- und Unter-Österreich von 1438, 1440 und 1441 — Suppl. 1165, sig. LL; 18. Urbarregister von Zeiselmauer 1417, sig. MM. Es sind also, wie man sieht, von diesen 18 angeführten Schatzgewölbe­handschriften heute nur mehr fünf vorhanden: Böhm 37, 46, 68, 129, Suppl. 1165. Wo die übrigen geblieben sind, darüber fehlt uns jeder An­haltspunkt, und wir können nur vermuten, daß, da sie 1811 bereits verloren waren, sie entweder bei einer der Archivflüchtungen 1805 oder 1809 zu­grunde gegangen oder — was wahrscheinlicher — bei der Plünderung des Archivs durch die Franzosen 1809 verschleppt worden sind. Nun besaß das StA. ja in jenen Jahren — 1784 bis 1806 — zweifel­los viel mehr Handschriften der Provenienz Schatzgewölbe als diese von Weinkopf aufgezählten 17 Bände. Denn sehr viel von dem, was wir im Böhmschen Katalog als dieser Provenienz zugehörig erkennen, erscheint bereits in dem 1811 begonnenen alten Handschriftenverzeichnis, ohne daß doch in der Zwischenzeit — von 1806 bis 1811 — eine Einlieferung dieser Codices nachweisbar wäre. Nur aus anderen Jahren sind solche Erwerbun­gen bekannt. So hören wir schon 1749 von zwei Bänden des Schatzgewölbes, die aus der Hofbibliothek übernommen worden sind — Böhm 106 und Suppl. 7.1 Dann hat im Jahre 1812 Hormayr eine umfangreiche Liste von Archivalien zusammengestellt, die er aus dem Hofkammerarchiv zu erhalten wünschte. Darunter erscheinen auch als Nr. 17 die „Notaten oder Memo- rienbücher Kaiser Maximilians I. (von denen die meisten bereits in diesem Geh. Archiv sind)“: Nr. 19: Lehenbuch Herzog Albrechts von 1380; Nr. 20: Privilegien Wiens und anderer Städte Österreichs von 1453; Nr. 21: Zehentbuch von Steier, Kärnten und Krain 1469; Nr. 22: Land­frieden von 1531. Diese Anforderung verlief zwar im Sand, wurde jedoch im Jahre 1834 wieder aufgenommen, und nun verlangte die Archivdirek­tion, daß ihr außer den mehreren tausend, aus dem Grazer Schatzgewölbe stammenden und damals im Hofkammerarchiv verwahrten Urkunden auch alle dort befindlichen Rationarien und Diplomatarien überlassen werden sollten. Davon erhielt das StA. in der Tat im Juli 1835 34 Stück Urkunden und eine Handschrift: Das Rationarium Friedrichs des Schönen von 1326 bis 1338, das unter der Signatur Österreich 59% in den Handschriften­katalog eingetragen wurde; heute Böhm Nr. 38.2 Wieder wurde die Sache im Jahre 1851 aufgegriffen, und nun ge­langten nebst 8196 Urkunden und elf Bänden Repertorien3 noch ein Exem­plar des „Putsch“ (fünf Bände AB. 334) und drei weitere Manuskripte ins 1 Vgl. unten Abschnitt 7, Hofbibliothek. 8 Vgl. oben S. 151. 3 Vgl. oben S. 8 u. S. 157.

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