Inventare Teil 5. Band 6. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1938)

Die Handschriftenabteilung von Fritz Antonius

sichtspunkten geordnet, als Mischbestand den Provenienzgruppen anzu­schließen und das Ganze einheitlich durchzunumerieren, so daß bei Be­stellungen und Zitaten die Angabe einer einzigen Zahl genügen würde. Eventuelle Nachträge müßten dann natürlich jeweils mit Untersignaturen bei den einzelnen Gruppen eingereiht werden. Die folgenden Ausführungen versuchen nun, die verschiedenen Pro­venienzgruppen der Abteilung in großen Strichen aufzuzeigen. Sie bringen zunächst die den Reichsarchiven entstammenden Handschriften, dann die aus österreichischen Archiven und Behörden, die belgischen, lothrin­gischen Handschriften, die zahlreichen geistlichen Provenienzen und endlich einen großen Bestand verschiedener Herkunft: die Sammlungen, Nachlässe, Bibliotheken und Einzelbände. Die Aufstellung gerade dieser letzten Gruppe war nicht zu umgehen, denn diese Sammlungen — wie Nostitz, Straka u. a. — oder Nachlässe — wie Dumont, Bartenstein, Beydaels u. a. — stellen sozusagen für sich wieder planmäßig erwachsene Gruppen dar, deren Auflösung oder Außerachtlassung unmöglich erschien. Es ergab sich dar­aus aber die Notwendigkeit, eine ganze Reihe von Handschriften mehr­mals anzuführen. So erscheinen also im folgenden z. B. die ursprünglich der Reichskanzlei entstammenden Bände der Sammlung Nostitz sowohl unter Reichsarchive als unter Sammlung Nostitz, die Manuskripte Barten­steins unter Staatskanzlei und unter der Sammlung Bartenstein, die aus niederländischen Klöstern stammenden Codices des Nachlasses Beydaels sowohl dort als unter geistliche Provenienzen usf. Ganz besonders sei hier auch nochmals hingewiesen auf die im vor­stehenden wiederholt erwähnten, ominösen „Sammelbände“ der Abteilung, in die — seit den sechziger Jahren — Hefte und Blätter der verschieden­sten Herkunft wähl- und sinnlos zusammengebunden worden sind. Auch sie erscheinen, soweit sich ihr Inhalt mit einiger Sicherheit provenienz­mäßig erfassen ließ, im folgenden mehrmals, bei den verschiedenen Grup­pen, erwähnt. II. Zusammensetzung nach Archivkörpern und Sammlungen. 1. Reichsarchive. Die aus den verschiedenen Beständen der Reichsarchive stammenden Handschriften nehmen in unserer Sammlung naturgemäß einen ziemlich breiten Platz ein. Es sind darunter alle Abteilungen vertreten: Reichs­kanzlei und Reichshofrat mit allen ihren Untergliederungen, Reichskammer­gericht und Mainzer Erzkanzlerarchiv.1 Allerdings läßt sich in sehr vielen Fällen heute nicht mehr entscheiden, aus welchem der verschiedenen Reichsarchivbestände die einzelnen Bände entnommen worden sind, auch der Zeitpunkt, zu dem sie in die Sammlung eingereiht wurden, läßt sich vielfach nicht genauer angeben. Dazu kommt, daß viele, zweifellos ur­sprünglich den Reichsarchiven entstammende Handschriften nicht mit den betreffenden Reichsarchivbeständen, sondern zu anderen Zeiten und auf Umwegen ins StA. gelangt sind. I. Geschichte der Sammlung — II. Zusammensetzung nach Archivkörpern usw. 171 1 Vgl. Bd. I S. 275-394.

Next

/
Thumbnails
Contents