Inventare Teil 5. Band 4. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1936)
Staatskanzlei (Ministerium des Äussern) von Josef Karl Mayr
466 Staatskanzlei (Ministerium des Äußern). hauptsächlich aus inländischen Blättern, einschließlich der darin enthaltenen Auszüge und Wiedergaben von ausländischen Zeitungsartikeln. Vereinzelt finden sich auch Ausschnitte aus ausländischen Zeitungen vor. Dieses Zeitungsarchiv umfaßt im wesentlichen die Jahre 1908—1918. Teilweise reicht es bis in die Achtzigerjahre zurück und geht anderseits bis 1923 herauf. Es muß also schon zur Zeit, da man im Pressedepartement des Ministeriums des Äußern im Jahre 1908 mit der Sammlung von Zeitungsausschnitten begann, eine ältere Sammlung solcher Art1 Vorgelegen haben und auch nach dem Umsturz scheint man noch einige Zeit versucht zu haben, die Sammlung fortzuführen. 1930 ist dem StA. von privater Seite (Herrn Sektionschef Alfred v. Rappaport) eine weitere, vorwiegend Osteuropa und den Orient betreffende Sammlung von Zeitungsausschnitten der Jahre 1922—1929 zugekommen, die der großen, vom Bundeskanzleramte übernommenen Reihe angeschlossen worden ist. Rappa- ports private Sammlung ist aus den „Times“ und dem „Temps“, der französischen Zeitung „La Macédoine“, den bulgarischen Blättern „Make- donia“ und „La Bulgarie“, dem Agramer „Morgenblatt“, dem „Corriere della Sera“, der „Neuen Freien Presse“ und der „Reichspost“ gewonnen worden. Vom Bundeskanzleramte mitübernommen wurde ein alphabetisch geordneter Zettelkatalog (AB. 251e/l,2), der jedoch infolge der seither im StA. vorgenommenen Umstellung kaum mehr benützbar ist. Heute liegt ein sehr genau aufgenommenes Gesamtaufstellungsverzeichnis (AB. 177 a) vor, das von Wolkan begonnen und nach dessen Tod von Wirth vollendet worden ist. Bestand: Karton 1—182 aus dem Pressedepartement des Ministeriums des Äußern (1883) 1908—1918 (1923), alphabetisch von Amerika bis Vatikan; 183—190 Sammlung Rappaport betreffend Osteuropa und den Orient 1922—1929, alphabetisch von Ägypten bis Türkei; 191, 192 Nachträge.1 2 — Als Anhang kann die in New York angelegte und 1925 ins StA. gelangte Sammlung von amerikanischen Zeitungsausschnitten aus der Zeit des Weltkrieges — die Sammlung Josef Perutz — gelten, die aus 52Bänden> bzw. Bündeln besteht. Protokolle (Geschäftsbücher).3 „Protokolle“ ist hier lediglich ein Sammelname, der alle abgesondert aufgestellten amtlichen Behelfe (meist Bücher) der (Hof-) Staatskanzlei umfaßt, gleichviel welcher Art diese im einzelnen sind. Dem Zugriffe der Franzosen sind sie im Jahre 1809 nur zum Teil entgangen. Was nicht geflüchtet werden konnte, wanderte nach Paris und kam von dort erst wieder in den Jahren 1814—1816 in die alte Registratur 1 Die in früheren Epochen — zum Teil aus den Mitteln der Ministerialbibliothek — angeschafften in- und ausländischen Zeitungen sind mit wenigen Ausnahmen nicht aufbewahrt worden. Was erhalten geblieben ist, gehört heute den beiden Bibliotheken — der des StA. und der des Ministeriums — an. 2 Vgl. J. Miskolczy in Auszug aus der Zeitschrift des Kgl. ung. Reichsarchivs Band V,. Heft 1—4, S. 16. 8 Vgl. hiezu den Allgemeinen Überblick (über die Staatskanzlei und das Ministerium des Äußern) S. 401 und den Abschnitt über die Administrative Registratur S. 451.