Inventare Teil 5. Band 4. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1936)
Staatskanzlei (Ministerium des Äussern) von Josef Karl Mayr
Zeitungsarchiv — Protokolle (Geschäftsbücher). 467 der Staatskanzlei zurück. Aus dieser sind als erste Folge 1829 einige wenige Jahrgänge dem StA. zugekommen. Der Großteil, von 1710 bis 1806 reichend, ist erst 1851 ins StA. (Filiale A) gelangt. Indes nicht ohne Schwierigkeiten und zunächst nur provisorisch, da Johann Teichmann ihrer Abgabe den größten Widerstand entgegensetzte. 1868 sind dem StA. die Protokolle bis 1829 zugekommen. Die administrativen (aus der Alten Registratur) kamen in die Filiale B, die politischen (aus dem politischen Archiv des Ministeriums des Äußern) ins Hauptarchiv. 1892 sind die Protokolle bis 1848 nachgefolgt. 1931 sind sie von Mayr einer Neuordnung unterzogen worden.1 Bestände: 1. 160 Bände Indices 1710—1847. Bis 1767 einschließlich ist darin nur der Auslauf aufgenommen, und zwar zunächst im vollen Wortlaute. Neben den (großen) „Staats- und Extraordinari-Protokollen“ der Jahre 1710—1730, denen jeweils auf einigen Blättern ein knapper Index vorangeschickt ist, finden sich für die Jahre 1722—1727 auch „kleine Staatsprotokolle“ (richtiger Indices) vor, die den Auslauf nur auszugsweise verzeichnen. Diese Art der Protokollierung und Indizierung ist mit dem Jahre 1731 dauernd üblich geworden. Von 1768 an ist neben dem Auslauf auch der Einlauf verzeichnet worden. Eine Reform, die — auch äußerlich an der nun einsetzenden Reihe gleichförmiger Schweinslederbände kenntlich — auf den Registraturskanzlisten Franz Anton von Kesaer2 zurückgeht und während seiner mehr als sechzigjährigen Dienstzeit weiter ausgestaltet worden ist. Eng verwandt damit sind die heute als AB. 180—182 aufgestellten, um 1780 zum Teil von dem Staatskanzleihofrat Andreas Krufft angelegten, nach Ländern besonders abgeteilten Kanzleibehelfe. — 2. 1 Band Geldrechnung des Taxamtes der Staatskanzlei 1746. — 3. 1 Index zu den Vorträgen der Staatskanzlei und zum Notenwechsel mit der Reichshofkanzlei 1752—1768 (bisher im Nachlaß Kheven- hüller). — 4. 17 Bände Ein- und Auslaufprotokolle 1767—1775. — 5. 3 Bände Exhibitenprotokolle 1789—1796. — 6. 46 Bände administrative Einreichungs- und Zuteilungsprotokolle 1800—1845. — 7. 52 Einheiten politische Protokolle 1805—1847: n. 1—5 Berichte 1806—1812; 6—12 Expeditionen 1806—1829; 13—40 (mit Subnummern) Staaten A—W; 41—43 Hofstellen 1825—1847; 44 Lombardo-Venezien 1822—1829;, 45 ital. Zirkulare 1833—1838; 46 Varia generalia 1810—1829; 47, 48 Vorträge usw. 1806—1847. — 8. 35 Bände politische Indices 1809—1847 (anfangs lückenhaft). Bis ans Ende der Zwanzigerjahre sind auch noch die allgemeinen, oben unter 1. angeführten Indices mitheranzuziehen. Die politischen Indices von 1830—1835 einschließlich sind infolge ihrer Mangelhaftigkeit in den Siebzigerjahren von Karl Dilg neu angelegt worden. Den Index von 1836 hatte er schon 1848/49 neu bearbeitet. Die Indices dieser sieben Jahre sind daher in zwei Exemplaren vorhanden. — 9. 1 politisches Reisejournal 1824. — 10. 12 politische Auslauf joumale 1824—1838. 1 Vgl. hiezu die AB. 166 (Franz Freiherr von Lebzeltern), 168 und 170 (Klemm u. a.), 21 (Thomayr) und 39/9. a Pfarrer Kichard von Kesaer in St. Pantaleon, der letzte seines Stammes, hat dem StA. 1934 einige Familienurkunden gewidmet. 30*