Inventare Teil 5. Band 4. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1936)
Staatskanzlei (Ministerium des Äussern) von Josef Karl Mayr
410 Staatskanzlei (Ministerium des Äußern). stände bis 1860 nachgefolgt. — Bestände: 3 Fzz. Korrespondenzen 1744—1847; 2 Konvolute (Aktenhefte) Nachträge 1830—1857.1 Deutsche Akten. Von 1815 bis 1848 gab es in der Staatskanzlei ein besonderes deutsches Bureau, das als „Departement der Bundestagsangelegenheiten“ (1815 bis 1817), als „Bureau des Hofrates Grafen von Spiegel“ (1817), als „Bureau der deutschen Bundesangelegenheiten“ (1817—1832), als „Bureau der deutschen und Bundesangelegenheiten“ (1833—1848) oder auch nur als „Bureau Allemand“ oder ähnlich bezeichnet wurde.1 2 Der Aktenniederschlag der Tätigkeit dieser Staatskanzleiabteilung sind — sondergestellt wie diese selbst — die Deutschen Akten. Dem entspricht, daß sie sachlich gegliedert sind und neben der diplomatischen Korrespondenz der Staatskanzlei mit den Bundesbehörden in Frankfurt (Bundestag und Bundeszentralbehörde) und in Mainz (Zentraluntersuchungskommission) 3 auch alle sonstigen Aktenstücke dieser Art — von den polizeilichen zum Teil abgesehen — enthalten. Der Grundstock ist — um 1840 aus Gentzens Nachlaß geringfügig vermehrt — 1868 zum größten Teil aus dem Archiv der politischen Sektion ins StA. (Filiale A) gelangt; die alte Registratur der Staatskanzlei enthielt nur wenig einschlägiges Material. 1871 kam die Korrespondenz zwischen Karl Graf Ficquelmont und Franz Graf Colloredo (damals in Frankfurt) von 1848 hinzu. Später sind die den Wiener Kongreß und die Karlsbader Ministerkonferenzen betreffenden Akten (insgesamt sechs Faszikel) ausgeschieden und der Abteilung Kongreßakten einverleibt worden. 1892 folgten die Mainzer Zentraluntersuchungskommissionsakten nach, und zwar neben denen der Staatskanzlei auch solche aus dem Archive der Kommission selbst (1819—1834) sowie Teile des Archivs der österreichischen Delegation unter Anton Schwarz (1819/20) und Moritz Freiherrn von Wagemann (1824—1828) u. a. m. Damals hat Stokka die Deutschen Akten neu geordnet und eingeteilt. 1900 erhielten sie geringfügige Zuwächse aus dem Münchener Gesandtschaftsarchiv und 1902 aus der administrativen Registratur (namentlich aus F 57 und F 60). 1907 sind mit den jüngeren politischen Akten ab 1848 u. a. auch über fünfzig Bände (und Hefte) z. T. lithographische Protokolle, Vorträge und Berichte der Mainzer Zentraluntersuchungskommission4 ins StA. gelangt und später den Deutschen Akten angegliedert worden. Desgleichen ein den deutschen Zollverein betreffender Faszikel (Aktenbündel) (1831—1847). Bestände: Neue Reihe Fz. 1—121; alte Reihe Fz. 17, 26, 27, 34, 36—50, 60—63, 65—69, 72—118, 120—124, 140—185 samt Anhang (186—208: Bruchstücke aus der Kanzlei der österreichischen Delegierten 1 AB. 32/4 (Stokka). 2 Der Kanzleiindex desselben ist der AB. 184. — Vgl. hiezu J. K. Mayr 1. c. 15. 3 Vgl. A. Petzold in Quellen und Darstellungen z. Gesch. d. Burschenschaft 5, 171 ff. 4 Vgl. Quellen und Darstellungen z. Gesch. d. Burschenschaft 6, 372 und L. Fr. Ilse, Gesch. d. polit. Untersuchungen.