Inventare Teil 5. Band 4. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1936)
Reichsarchive von Lothar Gross
366 Reichsarchive. stammt, sind auch aus der Staatskanzlei nur wenige Akten in die Abteilung gelangt, bei der Auslieferung von 1851 anscheinend nichts und bei der von 1862 nur einige Stücke aus den Jahren 1730—1770 (vgl. auch einzelne Stücke im Fasz. 44). Nach 1850 wurden auch bei dieser Abteilung die Berichte und Weisungen, besonders die der Prinzipalkommission, ausgeschieden. Untergebracht war die Abteilung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Hauptarchiv, um dann nach kurzem Aufenthalt in der Filiale B in die Filiale A zu gelangen, mit der sie die weiteren Schicksale teilte. Als Behelf kann sehr gut das Repertorium Rosners (AB. 106) verwendet werden. Daneben besteht noch ein ganz summarisches, von Tho- mayr 1880 angelegtes Aufstellungsverzeichnis (AB. 30/7). Inhaltsverzeichnis: Ceremóniáié Caesareum 1642—1804, Fasz. 1—6; Ceremonialia diversa A—Z 1650—1804, Fasz. 7—12 b; Zeremoniell bei und gegen Reichsfürsten 1652—1805, Fasz. 13—15; Zeremoniell am Reichstag 1637—1806, Fasz. 16—22; Verschiedene Zeremonielle 1644, 1697, 1721, Fasz. 27x; Introduktion in das kur- und reichsfürstliche Kollegium, Fasz. 28 a—32; Sessions- und Präzedenzstreitigkeiten am Reichstage 1474—1664, Fasz. 35 a—39x; Gleichhaltung der österreichischen mit den kurfürstlichen Gesandten 1780—1795, Fasz. 40; Zeremoniell bei Bischofswahlen, Kapitulationen und Konkordaten, Fasz. 41; Zeremonialanstände bei Thronbelehnungen (1548) 1746—1792, Fasz. 42; Zeremoniell betreffend Gesandte 1750—1766, Fasz. 44; Zeremoniell bei Kardinalskreationen 1762, Fasz. 44. Ober'' und kurrheinische Kreisakten. Im Verzeichnis der aus Paris (oben S. 281 f.) zurückgelangten Reichsarchivalien werden bereits oberrheinische Kreisakten in der Stärke von sieben „Liassen“ als selbständige Abteilung angeführt. Im Repertorium B a (AB. 106) treffen wir dann auf eine Abteilung dieses Namens von 28 Faszikeln. Diese sowie die 37 Faszikel umfassenden fränkischen Kreisakten, deren auch bereits in dem Pariser Verzeichnis Erwähnung geschieht, wurden von Matth. Nowotny bearbeitet und neu faszikuliert. Bald darauf wurden jedoch beide Abteilungen, wie die Vermerke im Repertorium besagen, durch Nowotny selbst vollständig aufgelöst und das ganze Material in die Berichte aus dem Reich eingeteilt. Hierüber haben wir ja bereits bei jener Abteilung gesprochen.1 2 Das, was heute unter dem obigen Titel vorliegt, sind eigentlich nur die Protokolle der Kreisversammlungen der beiden Kreise aus den Jahren 1742 und 1755—1764 in 27 Bänden. Es ist im wesentlichen die Zeit, da Anton Josef Pergen kaiserlicher Vertreter bei den rheinischen Kreisen war. Die Protokolle wurden als Beilagen zu seinen Berichten nach Wien eingesandt. Das sagen ausdrücklich auch die Vermerke auf dem Rücken der einzelnen Bände. Während die einzelnen Berichte nun von Nowotny in die diplomatische Korrespondenz eingeteilt wurden, ließ man diese Beilagen wahrscheinlich in erster Linie wegen ihres 1 Die Faszikel 23—26, 33 und 34, die Rosners Repertorium anführt, fehlen heute. 2 Vgl. S. 333.