Inventare Teil 5. Band 4. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1936)

Reichsarchive von Lothar Gross

Reichsregisterbücher — Reichsakten in genere. 323 Karl VI., Bd. 1—33; Karl VII., Bd. 1, 2; Franz L, Bd. 1—22; Josef II., Bd. 1 bis 22; Leopold II., Bd. 1—4; Franz II., Bd. 1—8; Indizes zu Franz I. bis Franz II., 2 Bände. Reichsakten in genere. Die Hauptmasse dieses Bestandes entstammt, wie schon der Name besagt, dem deutschen Reichsarchiv. Daher sind die allgemeinen Schick­sale dieser Abteilung dieselben wie die aller übrigen Reichskanzleiabtei­lungen. Unter der Bezeichnung der Reichsakten in genere finden wir die Ab­teilung erst sehr spät. Zum erstenmal scheint der Titel Reichsakten in genere in dem 1860 aufgenommenen Inventar des Reichsarchivs vorzu­kommen (AB. 102), hier bezieht er sich jedoch auf die alte Abteilung der „Reichsakten überhaupt“, die mit den Reichsakten in genere nicht identisch ist. Erst Winter scheint anläßlich der von ihm durchgeführten Neuordnung vieler Teile des Reichskanzleiarchivs seit 1886 die Abteilung in ihrer heuti­gen Gestalt geschaffen zu haben. 1893 hat er diese Arbeit mit der Anlage eines Übersichtsverzeichnisses (AB. 26/1) abgeschlossen. Die Abteilung wurde gebildet aus dem Großteil des im Repertorium A (Generalreperto­rium über die Akten der Reichshofkanzlei, AB. 105) verzeichneten Bestan­des „Landfriedens-, Unions- und Ligasachen, Konvente und Assoziationen“ und Teilen der „Reichsakten überhaupt“, der „Reichsakten 3. Abteilung“ und der Miscellanea sowie der Landsbergischen Schirmvereinsakten, die im zweiten Teile des genannten Repertoriums (Repertorium B, AB. 106) erscheinen. Von der 1889 durch Winter aufgelösten Abteilung Re­gentenakten wurden die das 17. Jahrhundert umfassenden Akten zu den Reichsakten in genere eingereiht (AB. 39/2). Der größte Teil dieser Be­stände befand sich bis zum Jahre 1850 in der Archivfiliale im Hause Tein- faltstraße 72, dann in der Filiale in der Himmelpfortgasse und war bis zur Aufnahme im Neubau des StA. stets in dessen Filiale untergebracht. Dieser dem Reichsarchiv entnommene Grundstock war seiner Provenienz nach insofern nicht einheitlich, als sich hier bereits mit Akten aus der Reichs­kanzlei Karls V. solche der österreichischen Hofkanzlei Ferdinands I. und der Registratur des Reichsregiments ver­einigt fanden und schon sehr früh die dem schmalkaldischen Bunde nach der Schlacht bei Mühlberg (1547) abgenommenen Akten mit den einschlägigen Akten der Reichskanzlei zusammen aufbewahrt wurden. Es sind dies vor allem Akten aus der Kanzlei des Landgrafen Philipp von Hessen, die den kaiserlichen Kommissären in Kassel ausgeliefert werden mußten, sowie die vom Landgrafen selbst in Halle übergebenen Akten, darunter die meisten Abschiede des schmalkaldischen Bundes, ferner auch einzelne Stücke aus den Kanzleien anderer Bundesmitglieder. Die schmal­kaldischen Bundesakten, die nach ihren Daten auf die einzelnen Faszikel der Abteilung verteilt waren, wurden 1901/02 von Schwab zusammen­gezogen, mit den in den Abteilungen Reichstagsakten, Kriegsakten, Klei­nere Reichsstände, Religionsakten, Saxonica, Württembergica befindlichen 21*

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