Inventare Teil 5. Band 4. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1936)
Reichsarchive von Lothar Gross
322 Reichsarchive. sind nicht aufgenommen. Eine heute nicht mehr vollständige Aufnahme des Bestandes der gesamten Reichsregisterbücher bildet endlich der von Schütter verfaßte AB. 330. Für die 1930 zugewachsenen Bände der österreichischen Abteilung der Reichskanzlei ist ein Zettelkatalog (AB. 487 a) in Arbeit. In den letzten Jahren vor dem Ausbruch des Weltkrieges wurde der Versuch gemacht, die Serie der jüngeren Reichsregister der wissenschaftlichen Benützung dadurch leichter und besser zugänglich zu machen, daß man das in ihnen enthaltene Material in Regesten in möglichst knapper Form veröffentlichen wollte. Man begann mit den Registern Karls V. Die Archivdirektion wollte derart mutatis mutandis für Karl V. eine ähnliche Publikation schaffen, wie sie einst Chmel für Ruprecht und Friedrich III. geboten hatte. In den Jahren 1912 und 1913 wurden die Register Karls V. für diese geplante Veröffentlichung bearbeitet. Zur Ergänzung des Materials wurden, wie bereits erwähnt, die Konzeptsbände aus den ersten Regierungsjahren Karls V., die man auseinandergenommen und in verschiedene Abteilungen der Gratialregistratur des Reichshofrates eingeteilt hatte, rekonstruiert und als Bände 28—34 den alten 27 Reichsregistern Karls V. angereiht. Ferner wurden für die Bearbeitung auch vier Registerbände aus dem Mainzer Erzkanzlerarchiv und die zwei Register über die unter Karl V. ausgefertigten Primae preces herangezogen. Die erste, die Jahre 1519—1522 umfassende Lieferung dieser „Die Reichsregisterbücher Kaiser Karls V.“ betitelten Publikation erschien 1913 im Verlag von Ger- lach & Wiedling und wurde der im Herbst dieses Jahres in Wien tagenden 13. Versammlung deutscher Historiker als Festgabe überreicht. Die Aufnahme derselben in den Fachkreisen war trotz des Umstandes, daß die eingeführten äußerst starken Kürzungen im Texte der Regesten einen ganz neuen Versuch darstellten, keine ungünstige.* 1 Der Krieg und die finanziellen Schwierigkeiten der Nachkriegszeit haben die Vollendung des Werkes lange verhindert. Erst dem Eingreifen Paul Kehrs, der die Mittel des Kaiser-Wilhelm-Instituts für deutsche Geschichte für die Fortführung des Werkes zur Verfügung stellte, ist es zu danken, daß seit 1930 die Publikation vollendet vorliegt (vgl. S. 319, Anm. 2). Inhaltsverzeichnis: Karl IV., Fragment eines Registers von 1348, 2 Bll. in 1 Karton; Ruprecht, Bände-Sign. A—C, ad A, 4 Bände; Sigismund, Bände-Sign. D—L, 8 Bände; Albrecht, Bände-Sign. M, 1 Band; Friedrich III., Maximilian I., Ferdinand I., Bände-Sign. N—Z, AA—TT, 30 Bände; Konzeptbuch Maximilians I., 1 Band; Register Maximilians I. 1494—1499, 2 Bände; Lehensregister Maximilians I. 1495—1500, 1 Band; Karl V., Bd. 1—34; Karl V., Index zu verlorenen Bänden, 1 Band; Ferdinand I., Bd. 1—32; Ferdinand I. bis Matthias (Pfründen), 1 Band; Maximilian II., Bd. 1—20; Rudolf II., Bd. 1—37; Matthias, Bd. 1—14; Ferdinand II., Bd. 1—8; Ferdinand III., Bd. 1—3, 6, 7;2 Leopold L, Bd. 1—32; Josef L, Bd. 1—7; 1 Vgl. die Besprechung von Karl Brandi in der Histor. Zeitschrift 112, S. 439 f. 1 Die hier fehlenden Bände 4 und 5, die keine Reichsregister, sondern Lehenbücher Ferdinands III. sind, aber im AB. 327 verarbeitet erscheinen, linden sich jetzt als AB. 75/1 und 75/2 aufgestellt.