Historische Blätter 6. (1934)

Fritz Reinöhl: Briefe der Kaiserin Maria Theresia an Erzherzog Maximilian Franz

Gelegenheit auch den Kurfürsten Maximilian Friedrich in seiner Bonner Residenz besuchte. Am 19. September verließ der Erzherzog, begleitet von Johann Franz Graf zu Hardegg, der inzwischen zu seinem Oberst­hofmeister ernannt worden war, und von dem Kammerherm Wenzel Graf von Ugarte das Lustschloß Schönbrunn bei Wien. Nach vier Nachtlagern in Strengberg, Schärding, Neustadt a. d. D. und Dinkels­bühl traf er am 23. in Mergentheim ein. Von hier reiste er zwei Tage später nach Aschaffenburg, wo er bis zum 29. September als Gast des Reichserzkanzlers und Kurfürsten von Mainz Friedrich Karl von Erthal weilte. Von hier ging die Reise nach Mainz und dann zu Schiff — am 30. September von Oberwesel an in Begleitung des Kurfürsten von Trier Klemens Wenzel Prinz von Sachsen — nach Koblenz. Nach drei Tagen setzte der Erzherzog über Andernach die Reise nach Bonn fort, wo er von der Bevölkerung, vom Kurfürsten und Domkapitel fest­lich empfangen wurde. Den Bonner Aufenthalt unterbrach ein Besuch, den der Erzherzog in Gesellschaft des Kurfürsten Max Friedrich am 9. der Stadt Köln abstattete, wo das Mittagmahl beim päpstlichen Nuntius Bellisoni eingenommen wurde. Mit besonderer Festlichkeit wurde am 12. Oktober der Namenstag des Erzherzogs und Königseggs, an dem sich auch der Kurfürst von Trier einfand, begangen; mit allerlei Feierlich­keiten wurde auch des Namenstages der Kaiserin, der auf den 15. Ok­tober fiel, gedacht. Am 16. Oktober schied Maximilian Franz von Bonn, um nach Nächtigungen in Schloß Schönbornslust bei Koblenz, in der Deutschordenskommende bei Frankfurt und in Aschaffenburg am 19. in Mergentheim einzutreffen. Am 23. Oktober erfolgte hier die förmliche Aufnahme des Erzherzogs in den Deutschen Orden, zwei Tage später seine feierliche Inthronisation als Hoch- und Deutschmeister. Tags dar­auf eröffnete er das Generalkapitel, das bis zum 1. November tagte. Am 6. reiste Maximilian Franz von Mergentheim ab. Nach einem kurzen Besuch am bayrischen Hof, der ihn vom 7. bis zum 10. in München festhielt, erreichte er in der Nacht vom 11. auf den 12. wieder Wien 11. Vierzehn Tage später, am 29. November, stand er an der Bahre seiner Mutter. Der politische Gehalt der Briefe Maria Theresias an Maximilian Franz ist nicht groß. Die Bedeutung, die sie dem in Köln und Münster 11 Vgl. auch über diese Reise Braubach, a. a. O., S. 60 ff., und darüber hinaus das von Hardegg verfaßte Reisejournal, das im Original im österreichisch- estensischen Archiv, Fasz. 148, Konv. „Reise nach Mergentheim und Bonn“, und in Abschrift im Zeremoniellprotokoll des Obersthofmeisteramtes, Bd. 1774/80, fol. 348—366, überliefert ist. Über die Ankunft in Wien ebenda, fol. 347v. 24

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