Hidrológiai tájékoztató, 1969 június

Bei Heilbádern tritt zu diesen Betriebsschwiorigkeiton noch die Erhaltung der Heilfaktoren des Wassers hinzu. Bei der Leitung in Rohren müssen námlich Sonderlösun­gen vorgesehen werden, damit das Heilwasser den Gasge­halt (hauptsachlich C0.> und Radiumemanation) sowie die wertvollen Mineralsalze nieht verliere." In Ungarn werden aus Griinden der Wirtschaftliehkeit die Thermalwasser und manchmalauchwarme Heilwásserin mehreren Stufen aueh für Heizungszwecke verwendet, bevor sie in die Becken oder Wannen eingeleitet werden. Zusammenfassend bestehen die Betriebsfragen bei Thermalwássern im Schutz gegen Ablagerung und Korro­sion, in der Erhaltung des Gelialts an Gasen und gelösten Salzen, bei Bádern die nicht mit Thermalwasser gespeist sind, in der Reinigung des Wassers durch Umwalzung. Diskussionsbeitrag von MATUSEK G. Beim Entwurf von neuen Bádern muss grösseres Gewieht darauf gelegt. werden, dass die fachlichen funk­tionellen Anforderungen besser zur Geltung kommen. Das sogenannte Heilbader-Gesetz reguliert die mit Entwurf und Umgestaltung der Heilbáder verbundenen Massnahmen, wobei erwünscht wáre, diese Regelung — über einer bestimmten Grössenordnung — seitens der zustándigen Behörden auch auf die öffentliehen Báder auszudehnen, wenn sie auch keine Heilbáder sind. Náhern wir uns an die Betriebsprobleme nicht alléin von den teohnischen Fragen, sondern auch von den Belangen der in den Báderbetrieben angebotenen üienstleistungen an, dann sehen wir uns folgenden wichtigeren Aufgaben gegenübergestellt: Erhöhung des kulturellen Niveaus der Dienstleistungsstátten und Dienstleistungen, Modorni­sierung der Hausordnung der Badeanstalten, Umgestal­túng der Preise aufgrund von einheitlichen Grundsatzen, Erhöhung des wirtschaft.lichen Effekts der Badeanstalten, Gewáhrleistung der Facharbeiterbildung, der Weiterschu­lung des Nachwuchses. Diskussionsbeitrag von SIMON F. Der Diskussionsbeitrag behandelt die Betriebsverhált­nisse von ungarischen Gemeinschaftsbádern mit kaltem und warmem Wasser, entscheidend hinsichtlich Belange der Wasser- und Warmewirtschaft. Auf die Betriebs­schwierigkeiten der Saison-Strandbáder mit kaltem Wasser und die Energiewirtschaft bei künstlieh erwárm­ten Wássern wird hingewiesen. Ebenso werden Druckver­haltnisse und Art der Erwármung der Wasserversorgun­gen mit verschiedenen Systemen erwáhnt. Schliesslich wird die Aufmerksainkeit auf die Notwendigkeit gelenkt, Einriehtungen zur Wasserumwálzung zu verwenden. Dr. SGHMIDT, E. 11.: Über das „Rotary" der ungarischen Bauern Der Findigkeit und Lebenstüchtigkeit des ungarischen Landarbeiters sind zwei Bohrverfahren und Brunnentypen zu verdanken, die ihrerzeit bahnbrechend und beispiel­gebend waren. Es handelt sich ura die Urform des Schilf — oder Moorbrunnens, sowie ura die Brunnenbohrung mit Rechtsspülung und Flügelbohrer, die als Vorlaufer der Rotary-Bohrung betrachtet und Bauern-Rotary ge­nannt werden kann. Letzteres Verfahren gelangte zum erstenrnal im Jahre 1890 — alsó 11 Jahre früher als das „orste primitive Rotary" in Texas —- in Hódmezővásárhely zur Anwen­dung, wobei mit geringem Kostenaufwand und gutem Erfolg ein 234 m tiefer artesischer Brunnen abgeteuft wurde. Im Jahre 1927 — in knapp cincin halben Jahr, in líalb­iagsschichten wurde die 953 in tiefe Hohrung des „Anna­Brunnens" niedergebracht. Dieser Brunnen liefert in 1 m Höhe über dem Gelánde 600 l/min gashaltiges sodahálti­ges Wasser für das Stádtische Dampfbad in Szeged zu Ba­fle und Heizzwecken. Hinsichtlich technischer Daten steht dieser Brunnen dem Brunnen im Stadtpark von Budapest nahe, der in den Jahren 1868—-78 durch den Berg­bauingenieur Zsigmondy, V. abgeteuft wurde und aus 970,5 m Tiefe 437 l/min 74,6° C warmes Karstwasser fördert. ~Dio Bohrvorrichtung in Szeged war eine gelegentliche Zusammenstellung und bestand aus Maschineneinheiten und Bestandteilen für versehiedene Zwecke. Der 20 m hohe Bohrturm wurde an Ort. und Stelle aus Holz auf­gebaut. Für Aus- und Einbau der Bohr- und Futterrohre diente eine hydraulische Putnpe und Presse, für die vertikale Bewegung des Bohrgestánges eine Handwinde. Der Spiilwasserkreislauf wurde durch eine Worthington­Pumpe, von einer altén Dampfmaschino angetrieben, auf­rechterhalten. Die Bohrung selbst erfolgte mit einem verlángerten Hebel im Handantrieb. Gegen eine Ver­stopfung des Rohrzwischenraumes wurde Presswasser benützt. Der Flügelbohrer selbst besteht aus einem Rumpf und aus Fliigeln, die über ein Oelenk drehbar sind. Ersterer l)c\\»ii kl die Vorbohrung, die schaufelförmigen Flügel die Erweitermig. Beim Vorbohren sowie beim Aus-und Ein­bau des Geráts, in Linksdrehung schliessen die Flügel. Gegen Entschrauben ist das Gestange durch Muffen geschiitzt. Die zentrische Führung des Oestánges ge­wáhrleisten bronzene Tjoitungsfilter. Diese Bohrungen, die gelegentlich und ohne grosse Praxis ausgeführt worden sind, sind deshalb erwáhnens­wert, weil sie notgedrungen, unter ungünstigen Verhált­nissen, mit primitíven Mitteln und sozusagen mit gröss­tenteils ausgemusterten Vorrichtungen, sozusagen ohne Neuinvestition, aber mit grosser Findigkeit und hohem technischen Sinn für Aufgaben verwendet worden sind, die selbst mit den damals modernsten und zweek­mássigsten Bohrgeraten nicht besser gelöst werden hatten können.

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