Hidrológiai Közlöny 1986 (66. évfolyam)

1. szám - Az ivóvíz és szennyvíz tisztításának módszerei

61 Hidrológiai Közlöny 1986. 1. szánt VERFAHREN ZUR REINIGUNG VON TRINKWASSER UND VON ABWASSER Untenstehend ist im Auftrag von Chemokomplex im vollen Wortleut der Text des im Septemberheft der Umwelt & Technik veröffentlichten Gesprächs anläs­slich der ACHEMA' 85. mit Prof. Dr. György SZALAI wiedergegeben. Prof. Szalai ist Generalsekretär der Ungarischen Hydrologischen Gesellschaft und Experte für Fragen der Trink- und Abwasserreinigung. Die Hydrologische Gesellschaft besteht seit ca. 70 Jahren und hat 5000 natürliche und 200 juristische Personen (Unternehmen) als Mitglieder. Sie ist ein Verein der wissenschaftlich­gesellschaftlichen Aktivitäten, die das ganze Land um­fasst. Zu ihren Aufgaben gehören die Grundlagenforschung und die angewandte Forschung des Wassers als Natur­wissenschaft sowie alle anwendungstechnischen und ökonomischen Kragen, die mit Wasser in Zusammen­bang stehen. Sie beschäftigt sich mit Forschungs-, Projektions- und Bauproblemen und der Verwirklichung von Investitionen. Sie kümmert sieh auch um die Um­welt, soweit es das „Wasser" betrifft. Sie bildet auch den gesellschaftlichen Hintergrund der Wasserwirtschaft. u &t: Herr Prof. Szalay, die ungarische Industrie für Umweltverfahren, speziell für die Reinhaltung von Wasser und Reinigung von Abwasser, hat sehr gute und wirksame Verfahren entwickelt. Wird dieses Know-how nur im Export verkauft oder auch in ihrem Lande angewendet? Wie ist die derzeitige Situation im Ausbau der Wasser­reinigung, speziell für Trinkwasser? A Prof. Szalai: Ich beginne mit der zweiten Hälfte der Präge. In Ungarn erhalten 81% der Bevölke­rung ihr Wasser aus dem kommunalen Versor­gungsnetz. Das bedeutet 56% aller Wohnungen. Es gibt in jeder Stadt und in mehr als 1500 Ge­meinden kommunale Wasserwerke. Überwiegende Mehrheit der unversorgten Bevölkerung lebt in Gemeinden. Von den 3026 Gemeinden finden wir in 1600 keine Wasserkanalisation. In 944 der klei­nen Siedlungen entspricht das Wasser der auf Grundwasser gebauten öffentlichen und privaten Brunnen nicht den Vorschriften der Kommunal­hygiene. Innerhalb dieser Einheit sind es 741 Siedlungen, in denen die Menge an Nitrat den zu­gelassenen Wert von 40 mg/dm 3 übersteigt. Den Ansprüchen entsprechend beschleunigte sich im vergangenen Jahrzehnt die technische Ent­wicklung und das führte zu neuen technologischen Verfahren bzw. Anlagen. Von diesen sind beson­ders erwähnenswert das Klärverfahren „Cyclo­floc", mit dem sich die Klärleistung steigern lässt (Viziterv) und die Anlage (Termetex, Viziterv), die zur Entgasung von unterirdischen Gewässern, aus denen man Trinkwasser gewinnt, dient. Es sind auch die lonenaustausch-Anlagen zur Ent­nitratisierung von Trinkwasser, die Technologien der Entammonisierung und Entarsenisierung (Mélyépterv), die Air-Mixbiologie-Anlagen von Mákfi und die Pannónia Aqua Filter mobilen Wasserreiniger von DRW zu erwähnen. All diese werden selbstverständlich in der einheimischen Praxis angewandt, um so mehr, da die Entwick­lungstätigkeiten einheimische Ansprüche ausge­löst haben. Selbstverständlich empfehlen wir diese Anlagen auch an die ausländischen Verbraucher weiter. u &t: Welche Verfahren der Wasserreinigung für Trinkwasser und für Brauchwasser werden in Ungarn angewendet? Prof. Szalai: Bei der Beantwortung dieser Frage müssen wir in Betracht ziehen, welche Wasser­basen bei der Wasserversorgung Ungarns eine Rolle spielen. Ungefähr 90% des Trinkwassers geben die unterirdischen Wasserreservoirs her und lediglich 10% stammt aus Beständen der Ober­fläche. Von den unterirdischen Wasserbeständen sind es 40% Schichtwasser, 40% uferfiltrierte Ge­wässer, in erster Linie aus der Kiesterrasse entlang der Donau sowie 20% Karstwasser. Die Wasserqualität hat sich in den letzten 10 Jahren sehr ungünstig verändert: die Zunahme des Nitratgehaltes erhöhte sich bei 60% der Wässer aus den uferfiltrierten Wasserreservoirs, beim Karstwasser bei 10% und beim Grundwasser bei 90%, der jeweiligen Wassersorte. Letztere Was­serreservoirs kann man perspektivisch hinsichtlich der Trinkwasserversorgung nicht mehr berück-

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