Hidrológiai Közlöny 1942 (22. évfolyam)

Szakosztályi ügyek

Heilwirkungen ungarischer Bäder 461 natürlichen Mineralwässer anders geartet ist; demzufolge ist ihre Wir­kung anders als die der künstlichen Mischungen. Die Mineralwässer könnten im Vergleich zu den künstlichen Mischungen als aktivere Elek­trolyte bezeichnet werden. Wenn wir dieser These beipflichten, so kön­nen wir sagen, dass der chemische Effekt der Mineralwässer 2 Wege einschlägt. Der eine betrifft den Umstand, dass gewisse Bestandteile des Mineralwassers in Form von Ionen, seltener in Molekularform, in die Haut eindringen und dort verbleiben; sie werden somit von der Haut adsorbiert. Demnach erfährt die mineralische Hautsubstanz eine Änderung; es entsteht — technisch ausgedrückt — eine Transmine­ralisation, die das elektrische Verhalten der Haut und zugleich auch ihren Funktionszustand umstellt. Das beeinflusst — über das vegetative Nervensystem — auf komplizierten Wegen den Gesamtorganismus, der dadurch „umgestimmt" wird. In welcher Weise dieser chemische Reiz aus der Haut ins Körperinnere gelangt, ist einstweilen noch nicht ermit­telt; soviel ist aber sicher, dass im Mittelpunkt der chemischen Bäder­wirkungen — als ein „vegetatives Sinnesorgan" — die Haut steht. Da die Funktionsumstellung der Haut durch verschiedene Ionen auf ganz gleiche Art ausgelöst wird, ist diese Gruppe der chemischen Ein­wirkungen nicht spezifisch. Harpuder hat nachgewiesen, daß zwischen Haut und Mineralbad auch ein durch die Zusammensetzung des Was­sers bedingter Ionenaustausch stattfindet. Die Ionenabgabe der Haut ist um so intensiver, je dünnflüssiger das Badewasser ist und betrifft insbesondere solche Ionen, die im Badewasser überhaupt nicht oder nur in geringer Menge vorhanden sind. Die Haut vermag sozusagen ein dünnflüssiges Bad mit Salzsäure- oder Alkaligehalt auf dem Wege der Ionenabgabe (durch C0 2- und C1 Ionen) zu neutralisieren. Das vorerwähnte Eindringen der Ionen in die Haut ist auch dann von Belang, wenn sie nicht ins Körperinnere hineingelangen. Als Beweis dafür dient Feldbergs K-Nachweis, wonach auch die geringste, mit parasympathischer Nervenendigung in Berührung gekommene K-Ionen­menge Azetylcholin befreit, was aus dem Grunde von grosser Be­deutung ist, weil stark gefäserweiternd wirkende Azetylcholin ein wich­tiges und sehr wirksames Mittel gegen rheumatische Erkrankungen darstellt. Die andere Gruppe der Mineralwasserstoffe beeinflusst die Körper­zellen und den Stoffwechsel unmittlbar, ohne aktive Beteiligung der Haut, denn diese Substanzen gelangen nach Duchdringung der Haut direkt in den Organismus hinein, wo sie eine „pharmakologische" Wirkung auslösen. Das sind spezifische Einflüsse, wobei die Haut bloß als Eingangspforte dient. Die Stoffe dieser Gruppe haben die Eigen­schaft gemein, dass sie lipoidlöslich sind; diesem Umstand verdanken

Next

/
Thumbnails
Contents