Hidrológiai Közlöny 1942 (22. évfolyam)
Szakosztályi ügyek
474 Dr. Karl v. Moll sie ihre Hautdurchdringungsfähigkeit nach dem Gesetz von Overton und H. H. Meyer, wonach die tierischen Membranen nur für Lipoide oder für lipoidlösliche Substanzen durchlässig sind. Hierher gehören in erster Reihe die Iipoidlöslichen gaförmige Stoffe (C0 2, H 2S, Radon), gewisse arsen- und thioschwefelsäurehaltige Jod-Bromverbindungen und schliesslich die Iipoidlöslichen Salze (Bikarbonate, Bromide, zum Teil Chloride) der Schwermetalle (Barium, Radium, Fe 2, Cu, Mangan). In den meisten Bädern ist sowohl der in der Haut verbleibende, als auch der die Haut durchdringende Stoff gemischt vorhanden. Es würde zu weit führen, wenn wir auf Grund dieser chemischen Einwirkungen alle ungarischen Bäder nach der Reihe besprechen wollten. Es sollen daher nur die tatsächlichen ungarischen Spezialitäten hervorgehoben werden: die Siebenbürger sog. Mofettcn — in der Lokalsprache „Gözlö" genannt-, d. h. die aus Erdspalten ausströmenden Gase, die von der Volkssitte schon längst und neuerdings auch von der wissenschaftlichen Balneologie immer mehr in den Dienst der Therapie gestellt werden; ihre medizinische Bedeutung besteht darin, daß dabei eine einzige chemische Substanz, z. B. die Kohlensäure, eine selbständige, von der Nebenwirkung aller anderen chemischen Stoffe freie Heilwirkung ausübt. — Die Mofetten sind ursprünglich mit den aus der Erde entströmenden Gasen erfüllte Räume, bei den Kohlensäurebädern einfache vertiefte Gruben, in denen das im Vergleich zur Luft sehr schwere Gas sich anhäuft. In diesen Gruben werden Sitzplätze ausgebildet; hier halten sich die angekleideten Kranken auf, indem sie sich der Einwirkung dieser Gase aussetzen. Auch das balneologische Schrifttum befasst sich immer häufiger mit den Kohlensäuregasbädern. Die Schwefelgasbäder werder noch nicht so stark ausgenützt und verarbeitet, da ihre Anwendung nicht so einfach ist; infolge ihres leichteren Gewichtes iassen sich nämlich diese Gase nicht einfach in Gruben sammeln, sondern nur in geschlossenen Räumlichkeiten, weswegen sie nicht aus reinem Schwefelgas, sondern aus einem Mischgas (Luft -f H,S) bestehen. In Siebenbürgen brechen die Schwefelwasserstoffgase an zahlreichen Stellen mit C0 2-Gasen vermengt hervor, wodurch solche Mischgasbäder zustande kommen. Beim Aufenthalt in den kohlensäurehaltigen Mofetten empfindet der Kranke eine angenehme Erhitzung an der Haut, wobei in der vom Kohlensäuregas betroffenen Hautregion eine intensive Rötung entsteht, so ähnlich wie bei den Kohlensäurebädern. Derartige Bäder werden bei Kreislaufstörungen, schlecht heilenden Wunden und rheumatischen Beschwerden angewandt. Wenn die Gase durch Wasser hindurch aus der Erde ausströmen, dann bilden sich die Blasenbüder — mit lokaler Bezeichnung „Lobogó" genannt —, die den Anschein erwecken, als ob das Wasser sieden würde. Hierbei kommt