Hidrológiai Közlöny 1936 (16. évfolyam)

Bolberitz Károly dr.: A kémiai vizsgálat adatainak értékelése a kútvizek higiéniai megítélésénél

Bewertung der Resultate der chemischen Untersuchung usw. 53 Bekanntlich zeigt die chemische Prüfung nur mittelbar die Infiziertheit des Wassers, resp. die Möglichkeit derselben an. Das Wasser wird durch die menschlichen oder tierischen Exkrementen in den Brunnen geratenen Bakterien infiziert. Die in die Erde, in das Grundwasser geratenden Bakterien gehen nicht sofort zu­grunde, sondern werden vom Wasser mitgeführt und können in dieser Weise an Stellen gelangen, wo es zum Trinken gebraucht wird. Die chemische Prüfung forscht — wenn sie die Infiziertheit des Wassers feststellen will — nach der Anwesenheit jenes Stof­fes, der die infizierenden Bakterien mit sich führt. Die Stoffe, die die chemische Untersuchung prüft, sind die aus den menschlichen oder tierischen Exkrementen herstammende organische Stoffe, resp. deren Zersetzungsprodukte. Bei den üblichen hygienisch­chemischen Wasseruntersuchungen pflegt man gewöhnlich den Gehalt desselben an organischen Stoffen (mit Hilfe der Bestim­mung des Oxygenverbrauches), an Chloriden, an Zersetzungs­produkten des Eiweiss-Stoffes, namentlich proteides Ammonium, Schwefelwasserstoff, Ammonium, Nitrit und Nitrat zu bestimmen. Die Bestimmung dieser Bestandteile gibt nicht allein darüber Auskunft, ob Verunreinigungen in das untersuchte Wasser zutritt finden, sondern orientieren — in Folge dessen, dass sie verschieden­gradige Zersetzungsprodukte von organischen Stoffen sind — auch darüber, ob die Verunreinigung frisch oder alt ist, aus der Nahe oder aus grösserer Entfernung herstammt. Wenn also die chemische Untersuchung zu dem Ergebnis führt, dass verunreinigende Stoffe oder deren Zersetzungsprodukte in das Wasser gelangen, so liefert sie ein Urteil, das praktisch, zwi­schen viel weiteren Grenzen verwertet werden kann, wie die Ergebnisse der bakteriologischen Untersuchung, da letztere bfoss den Status fixiert und nur darüber Auskunft gibt, ob das Wasser in einem gegebenen Moment infizierende oder mit denselben ver­wandte Bakterien enthielt, während die chemische Untersuchung zu einem viel allgemeiner gültigen Urteil führt, indem sie fest­stellt, ob solche Bakterien in das Wasser gelangen können, oder nicht. Bei der Beurteilung der Ergebnisse der chemischen Analyse wirken jedoch verschiedene Umstände störend. Als erster die Tat­sache, dass die auf die Infiziertheit des Wassers hinweisenden Stoffe im Boden, besonders in den tieferen Schichten auch ganz unabhängig von jeder Infizierung vorkommen und von dort auch in ein vollkommen einwandfreies Wasser gelangen können. Zwei-

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