Hidrológiai Közlöny 1936 (16. évfolyam)

Bolberitz Károly dr.: A kémiai vizsgálat adatainak értékelése a kútvizek higiéniai megítélésénél

54 Dr. K. Bolberitz tens geht infolge der Verschiedenheit der Böden die Zersetzung der organischen Stoffe nicht parallel mit der Abnahme der Zahl der Bakterien im Wasser. Schliesslich kommen nur in den selten­sten Fällen isolierte, einmalige Verunreinigungen vor, man steht in der Wirklichkeit ganzen Serien — in unregelmässigen Zeitab­schnitten erfolgter —- Verunreinigungen verschiedenen Grades gegenüber. All dies hat zur Folge, dass der Gedankengang, auf Grund dessen die Wässer beurteilt werden, zwar im allgemeinen voll­kommen richtig ist, trotzdem aber nur die praktischen Erfahrungen der Fachleute Stützpunkte liefern, in welchem Mass es die An­wesenheit und Menge der unerwünschten Bestandteile und die ver­schiedenen Varianten ihres gemeinsamen Vorkommens wahrschein­lich machen, dass man es mit verunreinigtem Wasser zu tun hat. Aber selbst in dem Fall, wenn die störenden Momente z. B. durch gründliche Besichtigung an Ort und Stelle ausgeschaltet werden könnten, lässt die chemische Untersuchung noch immer bloss darauf schliessen, dass das beanstandete Wasser infizierende Bak­terien enthalten kann und dass dieselben — dem Mass der Be­anstandung entsprechend —- in kleineren oder grösseren Zeitinter­vallen im betreffenden Brunnen auch vollkommen sicher anwesend sind, bedeutet jedoch keineswegs, dass das Wasser sich beständig in infiziertem Zustand befände. Dasselbe gilt auch umgekehrt. Die chemisch einwandfrei befundenen Wässer erweisen sich in der Praxis oft als coli-positiv, obzwar sie nach der Theorie in jedem Fall negativ sein müssten. Die chemischen Ergebnisse definieren also bloss die mehr oder minder grosse Wahrscheinlichkeit der Infiziertheit, resp. das Mass derselben, genauer: dass das betref­fende Wasser einen gewissen Bruchteil des Jahres hindurch infiziert ist. Dieser Bruchteil ist bei chemisch einwandfreien Wässern sehr gering und kann eventuell einen beständigen infektionsfreien Zustand bedeuten, weist aber bei den minderwertigen Wässern darauf hin, dass dieselben nach der Wahrscheinlichkeit der praktischen Erfah­rungen von den 365 Tagen des Jahres z. B. an 150 oder 250 Tagen als in verunreinigtem Zustand befindlich anzusehen sind. Diese Wahrscheinlichkeit ist aber zahlenmässig nicht bekannt, ihre Grösse und Richtung wird in den verschiedenen Fällen nur auf Grund theoretischer Überlegungen geschätzt. Die obigen Überlegungen veranlassten mich, diese Frage zu prüfen, die Richtigkeit der Theorie sowie die oben erwähnte Wahr­scheinlichkeit und hierdurch den Wert der Beurteilung der che-

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