Hidrológiai Közlöny 1931 (11. évfolyam)

Gedeon Tihamér: Hidrológiai megfigyelések a Vértes-hegység délkeleti részéből

Hydrologische Beobachtungen aus dem südöstlichen Teil des Vértesgebirge 90 Am Fuss des Róka- (Fuchs-) Berges, 2,5 km nordwestlich von Gánt steht der Petrecseri-Brunnen 240 m ü. d. M. Sein Wasserspiegel steht durchschnittlich 3m unterhalb der Oberfläche. Im Frühjahr und bei reg­nerischem Wetter steigt das Wasser bis an die Oberfläche und ergiesst sich auf die Felder. Der Brunnen gewinnt sein Wasser aus pannonischen Schichten. Sein Sammelgebiet kann auf 0.4 km 2 geschätzt werden. (Die Temperatur des Wassers war am 18. IX. 1930 bei 16.5° C Lufttemperatur 12.4 C°.) Die Gesamthärte und der MgO-Gehalt des Wassers aus dem Pet­recseri-Brunnen zeigt den höchsten, sein SiOa-Gehalt aber den niedrigsten Wert im Vergleich mit den übrigen, aus älteren Schichten herstammen­den Wässern der Umgegend (Detaillierte Analyse in Tab. 3.). Ungefähr 500 m nördlich vom Petrecseri-Brunnen, in der Mitte der gräflich Esterházy'schen Baumschule wurde (in 1930) behufs Was­sergewinnung 243 m ü. d. M. ein Schacht ausgehoben, in welchem bis 4 m schwarze Erde, bis 22 m Dolomitmehl aufgeschlossen und dann der dichte Dolomit erreicht wurde. Wasser wurde kleines gefunden, da sich der Schacht bereits ausserhalb des Verbreitungsgebietes der pannonischen Schichten befindet. Von der östlichen Ecke der Baumschule 250 m entfernt, befindet sich im Wald ein 4 m tiefer, ausgemauerter Brunnen, der nahezu das ganze Jahr hindurch Wasser enthielt. Dieser bekommt sein Wasser aus den pannonischen Schichten. Im Juli 1930 verschwand das Wasser plötz­lich aus dem Brunnen. Die Steine, mit denen der Brunnen ausgekleidet ist, wurden an den gegenüberliegenden Seiten gelockert, und im Gelände zwischen der Baumschule und dem Wald zeigten sich 5—8 cm breite Sprünge, wie solche mit einem Streichen von 50—60° auch weiter gegen Nordost und Südwest im Wald beobachtet werden konnten. Am besten konnte der grosse Sprung beobachtet werden, der den aus dem Harasz­toser Bauxitgrube gegen Csákvár führenden Karrenweg in einer Ent­fernung von beiläufig 200 m von der Grube kreuzte, 8—10 cm breit und (mit einem senkrecht hineingeschobenen Stab gemessen) 164 cm tief war und mit einem Streichen nach 55° sich über 250 m verfolgen liess. Diese Beobachtungen lassen darauf schliessen, dass die östliche Scholle des Vértes-Gebirges, namentlich die Gruppe der Hosszú-, Haraszt-, Róka-, Gém-, und Öreg-Berge in südöstlicher Richtung disloziert wurde. Es ist interessant, dass die Erschütterung, welche diese immerhin bedeutende Bewegung der Erdkruste begleiten musste, sich weder in Gánt, noch in Csákvár bemerkbar gemacht hatte. Die gewaltigen Sprünge waren noch Ende September desselben Jahres deutlich sichtbar. Das plötzliche Ver­schwinden des Wassers aus dem Brunnen im Wald oberhalb der Baum­schule ist also auf tektonische Ursachen zurückzuführen.

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