Hidrológiai Közlöny 1931 (11. évfolyam)

Gedeon Tihamér: Hidrológiai megfigyelések a Vértes-hegység délkeleti részéből

63 L. Varga: Die physikalisch-chemische Verhältnisse von d. Fertö-See die ganze Wassermenge, sondern auch den Schlamm. Im Fertö-See herrschen also ganz andere Temperaturverhältnisse, wie in den tiefen Seen. Hier kann von einer Sommerstagnation, wie sie in den tiefen Seen vorkommt, keine Rede sein. Im Fertö-See kommt nur eine Winterstag­nation vor, doch auch dann nur, wenn der See durch einen Eispanzer bedeckt ist. Wegen seiner Seichtheit benimmt sich der Fertö-See ganz wie ein Teich. Ob aber unser See auch vom limnologischen Geschichts­punkt für einen Teich betrachtet werden könnte, bleibt wegen seiner Wassermenge und seiner grossen Ausdehnung immerhin sehr fraglich. 6. Der Fertö-See kann binnen sehr kurzer Zeit grosse Wärme­mengen in sich aufspeichern. Seine Temperatur kann nicht nur innerhalb eines Tages, sondern sogar mehrere Tage hindurch höher sein, als die der Luft. Innerhalb einiger Tagen sinkt dann die Temperatur des Wassers bis zu jener der Luft herab. Die aufgespeicherten Wärmemengen werden also rasch abgegeben. 7. Die Temperaturveränderungen spielen sich in den von Schilf­rohr umgebenen „Lachen" viel gleichmässiger ab, wie im offenen See. Die jährlichen Temperaturschwankungen des Fertö-Sees sind aus der Tabelle 3 und dem Grafikon 3 ersichtlich. Ich muss aber darauf hin­weisen, dass ich keine Durchschnittstemperaturen genommen habe, da dieselben durch längere Zeit noch nie gemessen wurden. Ich nahm nur die Werte, die ich bei meinen Ausflügen gemessen habe. Dem Grafikon 3 ist es unschwer zu entnehmen, dass das Maximum der Wassertemperaturen auf den Monat August entfällt. Ihrer Seichtheit zufolge kann die ganze Wassermenge einen sehr hohen Temperaturgrad erreichen. Der Wert vom August 1931 ist eine Aus­nahme, verursacht durch die kühlen Tage dieses Monats. In der Bade­hanslache mass ich Temperaturen bis über 33° C, doch auch die offenen Wasser und sogar der Schlamm können sich in dieser jahreszeit bis zu solchen Temperaturen erwärmen. Die Temperatur des Wassers begleitet im allgemeinen — wie schon gesagt — jene der Luft. Es kommt aber vor, dass ein umgekehrter Zu­stand eintritt, d. h. die Temp, des Wassers höher ist, als jene der Luft, wenn nämlich durch rasch hereinbrechende Depressionen die Luft sich stark abkühlt. Der Zustand der umgekehrten Temperaturverhältnisse dauert aber nur einige Tage, weil das Wasser bald die Temperatur der Luft erreicht. Es kommt auch vor, dass der Schlamm in einen umgekehrten Tem­peraturzustand gelangt, d. h. der Schlamm wärmer ist, als das Wasser. Dies kommt hauptsächlich im Winter vor, doch können solche Verhält­nisse auch in anderen Jahreszeiten, vorzüglich im Sommer beobachtet

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