Hidrológiai Közlöny 1931 (11. évfolyam)
Gedeon Tihamér: Hidrológiai megfigyelések a Vértes-hegység délkeleti részéből
61 L. Varga: Die physikalisch-chemische Verhältnisse von d. Fertö-See der säkularen Trockenperioden sind wir über 1000 Jahre ziemlich gut orientiert, die Ursache der Austrocknung ist aber bis zu der heutigen Zeit noch nicht restlos und annehmbar aufgeklärt worden. Zu dieser säkularen Erscheinung gesellt sich die jährliche Periodizität des Wassergehaltes. Zur Zeit der frühjährlichen Eis- und Schneeschmelze entsteht ein Hochstand des Wasserspiegels, welcher dann im Sommer und Herbst auf ein Minimum sinkt, wobei grosse Flächen trockengelegt werden. Im Jahre 1928 war z. B. fast Mj, im 1930 M der Seeoberfläche ausgetrocknet. Die Ursache dieses Wasserrückganges kann hauptsächlich auf die Verdunstung zurückgeführt werden. Der Fertö-See ist also auch als Biotop ein Schauplatz ständiger Veränderungen. Die gesamtlebewelt (Biocönose) leidet natürlich darunter. Von den höheren Pflanzen gedeiht nur das Rohr (Phragmites communis) unbehindert und nach meinen Erfahrungen erobert es immer mehr und mehr von den freien Gewässern. Der Rohrgürtel drang in den letzten 10 Jahren an manchen Stellen 20—30 m in das freie Wasser hinein, sowohl die Schwimmpflanzen als auch die untergetauchten höheren Pflanzen verschwanden dagegen fast gänzlich, nur Potamogeton pectinutus L. kann sein Leben fristen. Ständigen Veränderungen ist auch das Phyto- und Zooplankton unterworfen, welcher Umstand seinen schädlichen Einfluss auch auf den Fischbestand ausübt. Wenn die allgemeinen abiotischen und biologischen Verhältnisse im Fertö-See so gestaltet sind, drängt sich unwillkürlich die Frage auf, wie gross diese Veränderungen sind. Mit meinen auf viele Jahre ausgedehnten Untersuchungen versuchte ich es zuerst aufzuklären, wie die Veränderungen 1. der Temperatur , 2. der Wasserstoffionenkonzentration (pH), 3. der elektrischen Leitfähigkeit sind. 1. Die Periodizität der Temperatur. Zu meinen hydrobiologischen Untersuchungen besuchte sich den Fertö-See viele Jahre hindurch fast monatlich. Dabei unterliess ich es nie, auch die Temperatur des Wassers zu messen. Das Geschah immer an der Oberfläche, und in einer Tiefe von 40 cm. Auch die Temperatur des Schlammes und der Luft wurde gemessen .Zweimal habe ich mehr als 24 Stunden am See verbracht, um die täglichen Temperaturschwankungen zu bestimmen. A) Am 2. Aug. 1927, an einem windstillen, warmen Sommertage besuchte ich die sog. Badehaus-Lache zwischen Fertőrákos (Kroisbach)