Hidrológiai Közlöny 1924-26 (4-6. évfolyam)
Szakosztályi ügyek - Évzáró ülések és szakülések 1924., 1925. és 1926-ban
DIE GEOL. U. GRAPH. DARSTELLUNG USW. 109 C) Artesisch erbohrte kalte Quellen: Die artesisch erbohrten kalten Quellen von Budapest befinden sich ausschliesslich auf dem donaulinksseitigen Gebiete der Haupstadt u. zw. ausschliesslich auf tertiärem Boden. In diesem Falle sind es die miocänen Schichten und von diesen wieder bloss die untere Etage des Burdigaliens, die vorwiegend aus Schotter und Sandlager besteht und als Wassersammler eine nennenswerte Rolle spielt, während die darüberfolgenden obermiocänen (Vindobonieri, Sarmatien) Schichten und namentlich das unterpliozäne (Pontién) Tonlager die Spannung bedingende Decke bilden. Es wurde im X. hauptstädtischen Bezirke (Kőbánya) nach Durchteufung der obermiocänen Schichten das bourdigalene, wasserführende Sand- und Schotterlager zum erstenmale erreicht. Anfangs stieg das demselben reichlich entströmende Wasser bis an das Mundloch der Bohrröhre. Als jedoch in diesem Industriebezirk auf dicht nebeneinander liegenden Parcellen zahlreiche Bohrungen abgeteuft und dieselben überdies auch noch ständig gepumpt wurden, senkte sich der Wasserspiegel in den Röhren auf 20—30 m. Dieses unübertreffliche Trinkwasser besitzt eine Temperatur von 13—14° C, was im Einklänge mit der durchschnittlichen Bohrtiefe von 100 m. einen normalen geothermischen Grandienten ergibt. Das Wasser dieser gebohrten Brunnen wird zumeist in den bekannten Bierbrauereien des X. Bezirkes verwendet und erwiesen sich bisher alle 27 als schier unerschöpflich. D) Mineralische Grundwasser Trink- und Heilquellen der H auptstadt: In diese Gruppe natürlicher Quellen gehören die durch einen rechlichen Gehalt an Magnesium- und Natriumsulfat ausgezeichneten Grundwasserquellen, deren Entstehung an den durch frühere (wahrscheinlich pliocäne) thermale Einwirkung von Pyrit durchsetzen obertriadischen Dolomit, sowie an den zu seinen Füssen anlagernden unteroligocänen Kleinzeller Tegel gebunden ist. Wie bereits vor einem halben Jahrhundert unsere Altvordern, (JOSEF SZABÓ, KARL HOFMANN) richtig erkannt haben, geht die Magnesiumsulfatbildung von einer Doppelzersetzung von Pyrit und Dolomit aus, entsprechend der Formel: Pyrit FeS2+02+H 20= Fe-2 (OHo) (Limonit)+HäSOi. Dolomit (MgCa) CO3+H2SO4 MgSO^HaO (Bittersalz, Epsomit)-fCaSO^O (Gyps). Während die Limonitpseudomorphosen nach Pyrit und die neugebildeten Gypskristalle am Orte der Zersetzung zurückbleiben, sickern die sehr diluten Bittersalzlösungen langsamm zu Tale. Im südlichen Teile des Ofner Gebirges befinden sich nun am Fusse des Dolomitzuges vom Set. Gellért Berg aus in südwestlicher Richtung über die Nachbargemeinde Budaörs bis zum Csiker Gebirge hin eine Reihe von kleinen Becken im Kleinzeller Tegel in denen zufolge seines Pyrit (Markasit), Dolomitgrus und Feldpat- (Andesittuff) Gehaltes nicht nur die Magnesiumsulphatbildung (MgSOi. 7H2O) weiter fortschreitet