Hidrológiai Közlöny 1922 (2. évfolyam)

Szakosztályi ügyek - Évzáró ülés és szakülések

HYDROTERMALE GESTEINSMETAMORPHOSE IM BUDA-PILISER GEBIRGE 121 der Bodenfeuchtigkeit infolge der leichten Löslich keit des feinpulvrigen Materials verhältnismässig konzentrierte Erdalkalihydrokarbonatlösungen zu­führen. Die charakteristische schwarze Fäibung dieses Bodens wird meiner Ansicht nach durch die Ausfällung und Fixierung der Humuskolloide durch die konzentrierten Erdalkalihydrokarbonatlösungen verursacht. In der deutschen Literatur wird ja die Rendzina geradezu als „humoser K arbon atboden" bezeichnet. GLINKA (73, 213) führt die Rendzina unter seinen „endodynamo­morphen" Böden, d. h. unter jenen Böden an, deren Eigenschaften vor­nehmlich durch das Muttergestein bedingt werden. 1 2) Rendzina ist also bodenkundlich nicht ein auf grosse Klimazonen erstreckter Bodentypus, sondern wie dies SIBIRTZEV (180, III. Bd. 28) ausdrückt, eine „intrazonale" Bodengattung, deren Entstehung durch besondere lokale, auf verhältnismässig kleinem Areal tätige bodenbildende Faktoren, speziell durch die hohe Konzentration des in der Bodenfeuchtigkeit vorhandenen Ca(HC0 3) 3 [resp. Mg (HC0 3).,] bedingt wird. Auf alten kompakt-kristallinen Kalken bildet sich keine Rendzina ; offenbar, weil die grösseren Kalkkörner eine geringere Gesamt-Oberfläche (innere und äussere) und infolgedessen geringere Löslichkeit haben, so dass keine genügende Konzentration der Erdalkalihydrokarbonate zur Verhinderung der Humusauswaschung vorhanden ist. Dieser Bodentypus benötigt zu seiner Entwicklung als Untergrund weiches lockeres Karbonatgestein. Man kann sich davon leicht bei einer Traversierung des Tétényer Plateaus bei Budapest überzeugen. Überall, wo die weichen zermürblichen Bänke des sarmatischen Kalkes an die Oberfläche treten, findet sich darauf Rendzina, während auf den harten Kalkbänken der normale braune Waldboden des Plateaus sichtbar wird. Während nun auf dem Tétényer Plateau die Zerreiblichkeit einzelner Gesteinslagen wahrscheinlich durch die zur Zeit der Sedimentation bestandenen besonderen physikalischen Verhältnisse verursacht worden ist, sind im eigentli­chen Budaer Gebirge und dessen weiterer Umgebung die Karbonatgesteine nach ihrer Sedimentation in der geschilderten Weise durch heisse Quellen zu feinen Gesteinspulvern metamorphisiert worden, die den Angriff der Boden­feuchtigkeit grosse Oberflächen darbieten. Im Budaer Gebirge ist also das Auftreten von Rendzina ein Indikator für das Vorhan­densein einstiger Quellengänge mit feinpulvriger Karbo­natgesteinsausfüllung auch an solchen Punkten, wo keine Aufschlüsse oder sonstige Spuren zu sehen sind. Wechsel von Rendzina und gewöhnlichem braunem Waldboden, bedingt durch abwechselndes Auftreten von pulvrigem und festem Dolomitgestein, lässt sich sehr gut beobachten, wenn man z. B. auf der Automobilstrasse im Zugliget (Auwinkel) vom Tündérszikla (Feenfelsen) zur Szép Juhászné (Schöne Schäferin-Wirtshaus) geht. > 2) Im Gegensätze zu den „ektodynamomorphen" Böden, bei welchen das Bodenprofil durch die Vegetation und die klimatischen Faktoren entscheidend beeinflusst wird.

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