Házi Tájékoztató, 1939. december

1939-12-23 [1930]

0 küm Kö/Vi Bern, 23. Dezember. Das "Vaterland veröífentlicht eine Erklarnng des Reichsr kanzlers a D. Dr. Wirth, in der dieser den dber-ihn im Auslande ver* breiteten fantastischen Gerüchten entgegentritt. Es heisst darin unter anderem: Ich werde beschuldigt, in dor Scnweia politischo Umtrioba zwocks Gründung eines alemannischon Staates, dor die deutschsprachigfc Schwoiz, Vorarlborg, iádon und das französischc Slsass amfasscn soll, gemacht zu habon, Solch* eine hirnverbrannte Idee ist mir nic"gokommen. line entsprechende Erklarung ist an hoher Stelle bereits" abgejgehen worden, Wahr ist aagegen, dass meine jj'reunde und. ich. sich wiederholt im kleinen Kreise über den Charakter der alemarinischen Menschen unterhaltei habén, ' Jeder Alemanne versteht seine eigene Natúr und scherzt gorn darüber. Auch ich bin alemannischon Staiames, und bis zu meinem Toda wird es nicht mög­lich se in, miph irgéndwie "gleichzuschalten''. fir Alemannen sind aus gutem Holz goschnittet. Wie ich politisoh und kulturell eingestellt bin, ist allgemein bskannt: Vom Staate . her gesehen liboral und demokratiseh, vom Kulturellen hor konzervatív, d.h. katholisch und sozial, mit starken Neigungen zu sozialon Reformon, Weder Herr Dr. Brüning noch ich bozichen irgonfleinc Pcnsion. Seit 1933 ist meine iÁinisterpension aufjgehoben, Sie wird auch nicht, wie behauptet wordon ist, auf Sperrkonto eingezahlt. Wahr ist, dass mein Bankkonto wie mein Mobiliar beschlag­nahmt worden sind. Die Möbel wurden vom Gerichtsvollzieher gepfándet, Ich musste die deutsche Reichsfluchtsteúer bezahlen und bin damit in normáler ííeise wie viele andere Auslandsdeucscher geworden, ¥on meinem beschoidenen Vemögen ist nicht ein Groschen nach dem Susland gegangea, Die ^rsp/amisse vielor Jahre ruhen in Deutschland. Ich werde beschuldigt, gegen L'nde des Monats Juli diesos Jahres moinen Preunden den nahen Abscnlüss des deutseh-russischen Paktes und die vierte Teilung Polens angekündigt zu habén. Das ganzs ist eine dreiste und freche Eriind'ung eines Pbantasten. ITahr ist, dass ich als Reichsminister und als Reicbs-' kanzler . sehr viel durch die Pbleh in den Jahren 1920-23 gelitten habe, Oberschlesien sollte uns mit Gewalt weggenommen werden.-Dio ganze Ostgremze Deutschlands war in Gefahr, erneut verschoben zu werden. Das Reich kam ' in aeussterste Not. Im Innern Deutschlands fiamat en mehffach kommunlsti­sche Unruhen auf, and an der gangén Östgrenze gab es Streitfalle wegen der Grenzziehungs. Wahrnaftig! lein-fáterlánd, und das ist unci bieibt Deutschland erzitterte in den Grundfesten, So habe ich pflichtgemáss als Deutscher mein Vaterland verteidigt. Von- irgendwelchen Angriffsabsichtan gegen Polen ist niemald die Rede gewesen, Zu Dinem Angriff auf Polen fehlten uns auch durchaus die nötigen Krafte. .'.ir waren kaum im standé, die Angriff e der polnischen Auf standisenea, die sogar den Annaberg eingenommen hattai, abzuwehren, Es ist richtig, dass aj lé Dinge jener Zeit im'"Binvemehmen mit dem damaligen Chef der Heeresleitung, Herrn General von Seeckt, ge­schechen Tsind. Es'steht vor der Geschichte fest, und die Presseaeusserungen beim Tode Korfantys habén es erneut bestatigt, dass die Polen vor der Entscheidung des völkerbundos uns das oberschlcsische Gebiet entreissen wollton, Dagcgon habe auch ich mich mit allcr Kraft zur Wchr gcsetzt und habe zur Postigung unserer - schwor bodrohten Östgrenze milit írische forberei­tongon gotroff en.__/|"'orts vezu-i;:: fold,../ - m f~ ' ORSZÁGOS LEVÉLTÁR . C Kszckció

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