Pesther und Ofner Wegweiser Kalender 1837
Pesther und Ofner Wegweiser Kalender 1837. - Geschäfts-Kalender der Landwirthschast, für alle zwölf Monate des Jahres
Geschäfts-Kalender der Landwirthschast, für alle zwölf Monate des Jahres'). l) Jänner, oder Starrmond. I. 3U#ic erste Pflicht des Landwirthes ist hoch- stens in den drei ersten Tagen dieses Monats die Namen , Obliegenheiten und Besoldungen der Dienstboten , die Zahl des Jedwedem derselben anvertrauten Viehes, und der zur Wirthschaft gehörigen Werkzeuge aus deren Register in eine Tabelle überzuschreiben, und in doppelten Exemplaren der Wirthschafts-Direk- tion einzusenden. r. Sobald dieses geschehen ist, verrechnet er sich mit den Unterthanen über im verflossenen Jahre durch diese geleistete Frohn, (Robotten) und andere Urbarial- Dienste )c., und verfertiget neue Robottbüchlein und Handbücher. 3. Zwar ist auch ansonsten Pflicht des Oeko- noms, aber jetzt besonders die Herbstsaaten öfters zu besichten, und zumalen bei nachlastender gelinder Witterung, das von zusammengewehten Schnee angehäufte Wasser an den Scheidefurchen abzuleiten. 4. Jetzt muß der Mist und aufgehäufte abgezeitigte Schlammerde in die Weingärten getragen, und in kleinere Häufeln abgeladen werden **). 5. Die Kraut- und grünen Waaren-Keller sollen öfters besichtet, und die zum Samen gehörige von faulen Blättern geputzt werden. Dieser Geschäfts-Kalcnbrr ist auS den Manuskripten de« wallend Hrn. Paul ▼. Pintér , Assessor bei der gräflich Echönborn'schen ökonomischen Oderdirektion der Munkatscher und Szent-Mikloscher Herrschaft ten in dem löblichen Brregcr Comitat. entlehnt worden. 6r bezweckt sw« die WirthschaNS-Führung, wie sie in Ungarn ist und fcvn sollte. 3* habe demnach seine Ansichten, ja auch seinen Styl unverändert gelassen. Den Werth dieses Geschäfts-Kalenders wird jeder Oekonom zu ürdigen wissen , der mit jedem Monat interessanter und gehaltvoller wird. Nur ist mir leid, daß hier wegen Beschränktheit des Raumes jährlich bloß vier Monate geliefert werden können. Kagyróti fflgt Vt ftintm klassischen Werke : Ssorgolwatoe merei gaada II. Thcil pag. li, daß der Mist den Wein schlechter macht, und das er in der Hagyallya dort dir besten und lieblichsten Trauben fand, wo der Grund von Fels und schlcifsteioartigeo Splitter« bestand. 6. Wer in der Mitte Novembers die Erde um ftie Stämme der Obftbäume aufgraben ließ, der kann jfd)on in diesem Monat, zumal bei gelinder Witterung Dieselben mit schon ein Jahr abgelegener mürber Erde bedecken, und oben mit Mist düngen. 7. So oft der Oekonom nur einige Zeit erübri* get, unterlasse er nicht die Wälder um so mehr zu be- sichten, als um diese Zeit die Holz-Entwendungen, Veruntreuungen der Waldhüther, und über Winter mit dem auf Eicheln getriebenen Borstenvieh allda sich aufhaltenden Schweinhirten das nachtheilige Feuerwachen , und Anzünden der Bäume am ^meisten im Schwünge gehen. 8. Hat der Landwirth erforderlichermaßen schon im November allerlei Bau- und Brennholz zu schlagen anfangen lassen, so ist er besorgt, dasselbe in diesem Monat nach und nach einführen zu lassen, und jetzt nichts mehr, als nur (und zwar auch das nur im Nothfalle) Taufelholz, Weinftecken, Bachweiden und andere Stauden zu Zäunen; Reifenholz und runde Pfähle neben die Obst- und Maulbeerbäume abhacken zu lassen. 9. Bei gefrorner Erde und Schlittenwegen muß in diesem Monat die Einheimsung der zu den schon an- geordneten diesjährigen Gebäuden erforderlichen Steine, Ziegel, Kalkes und Sandes, wie auch zu den Kalk- und Ziegelöfen für's ganze Jahr hinlänglichen Holzes beendiget, das Deputat-Klafterholz Jedermann jetzt ausgefolgt werden , daß im Sommer nicht grünes Holz gefällt werden dürfe; denn das ist den Waldungen schädlich, und zum Brennen wird auch noch einmal so viel davon erfordert. Der Abgang des Deputat - Klafterholzes soll mit Bürteln, Spänenholz (Scheitern) ersetzt werden, damit man auch diese mit Vortheil verwende. 10. Da wegen zunehmender Kälte für das Vieh mehr Stroh erfordert wird, so muß der Landwirth, jwi-l