Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1842 (Pesth)

24 Mannigfaltiges zum Nutzen und Vergnügen für die Besitzer dieses Kalenders. x Hauswirthschaft. ' 1 Ökonomische Wäsche. In Holland bedienen sich die Wäscherinnen weder des Waschblaues, noch der Bürste zum Waschen des Leinenzrugs. Es wird daher weniger ad- genüyt und wäscht sich doch viel besser. Sie verfahren da- bei auf folgende Weise. Sie bestreichen das Leinenzeug Stück für Stück an verschiedenen Stellen und insonderheit an den beschmutzten, mit schwarzer Seife, legen es dann in einen Kübel, der keinen Ausfluß hat und bedecken es mit einem großen Lacken (Asche«lacken genannt:) Während dieser Zeit bringen sie, im Verhältnisse zu der Menge des Leinen­zeuges, Wasser in einem Kessel zum Sieden, indem sic Asche hineinthun und gießen darauf das mit Laugensalz ge­schwängerte Wasser in das Weichfaß über den Aschenlacken, welcher die Asche zurückhält; hierauf läßt man es wenig­stens 5—6 Stunden ruhig stehen. Nach Verlauf dieser Zeit nehmen sie die Wäsche heraus, seifen sie mit der Hand, kühlen sie und schicken sie auf die B lacke, eine Art geschlossener Wiese mit auf dem Grunde gepstasterten Gräben und wo sich nie ein Gesäß vvrfindet. Man breitet die Wäsche am Rande dieser Graben aus und benetzt sie zwey oder drei Tage, so oft sie trocken ist, von weitem mit einer Schaufel. Ist die Wäsche weiß genug, so bläuet man sie und schickt sie zur Wäscherin, die sie durch Plätten trocknet. Sicheres Mittel zur Erhaltung des Pelz- werkes. Viele Leute legen in das Pelzwerk Kampfer, Pfeffer, Terpentin rc. und dennoch richten die Motten oft große Verwüstungen darin an Das sicherste und einfachste Mittel hingegen dessen sich auch die Kürschner bedienen, be. steht darin, daß man vom Anbeginn des Frühlings an, das Pelzwerk fleißig ausklopfe und es kämme, wenn die Haare lang find; — sind sie kurz, so ist eine leichte Bürste besser. Dann legt man cs in recht nasse Leinwand und preßt es. Vorschrift zu einer englischen Glanzwichs, die das Leder- und Schuhwerknicht verbrennt. Zwei Unzen gebranntes Elfenbein, 1 Unze Kandiszucker, 1 Unze arabisches Gummi, 3 Quentchen Lavendelöl, 1 Unze Schwefelsäure, 1 Unze Muriatsäure und 4 Unzen Weinessig läßt man 24 Stunden lang In mäßiger Wärme «eichen, - gibt eine gute, nicht sehr theure, dabei dem Leder, wie gesagt, bei weitem nicht so nachtheilige Wichs, als die man gewöhnlich feilbietet. Mittel zU*r Erhalt'ümg der Zähne. Das beste Mittel, die Zähne £u erhalten,' besticht a^ßer der sorgfäl­tigen Vermeidung Alles dessen, was die Zähne angreift und- Weinstetn anseht, darin, daß mansie täglich reinigt und zwar mit einer in seinen Holzkoi^^staub und Wasser ge­tauchten. nicht zu steifen Bürste r^WMan stoßt ein Stück ausgeglühte Holzkohle, wenn man erst die Asche davon ge­blasen, in einem Mörser zu feinem Pulver und bewahrt eS in einer wohlzugestopften Flasche auf, um es dann auf die vorher beschriebene Art zu gebrauchen. Dieser Kohlenstaub benimmt auch den Übeln Geruch, der von den angefressenen Zähnen herrührt. — Auch der Weinstein und die faulige Materie wird dadurch zersetzt. Ja! Sehr oft sind/ogar Zahn­schmerzen in Folge dieser Operation verschwunden und der stinkende Athem vergeht ebenfalls nach und nach, besonders, wenn man etwas Kohle verschluckt. Aufbewahrung des frischen Fleisches bei großer Hitze. Um da, wo man keine Eisgrube in der Nähe hat, das Fleisch bei großer Hitze vor Fäulniß z-u be- wahren, muß man es in geronnene (saure) Milch tege^ Es wird dadurch zugleich weicher, zarter und wohlschmeck^der. Neue nützliche Erfindungen. Asphalt-Pflaster und Asphalt - Trottoirs. Asphaltpflaster existirten schon seil mehreren Jahren na­mentlich in Paris; aber erst im Jahre 1859 hat man d«>r Sache mehr Aufmerksamkeit gewidmet, und sie zu mehrerer Anwendung gebracht. — Erdharz für sich allein gibt keinen so kräftigen Kitt als die in der Natur unter dem Namen: Asphalt. Asphaltstein vorkommende Verbindung desselbn mit Kalk. Dieser Asphalt ist lederfarbig, gibt, einer sehr mäßigen Wärme ausgesetzt, einen angenehmen Geruch von sich und läßt sich mit dem Nagel kratzen, geht aber durch Hammerschälge nur schwer auseinander. Der Kalk ist so sehr von dem Erdharze durchdrungen, daß er der Einwirkung der Luft uud desWassers vollkommen widersteht. Das gewöhnliche und frühere Verfahren bei der Pfla­sterung war folgendes: Nachdem man den Boden gehörig geackert. Einfassungssteine herumgelegt, und ihn mit einer guten Mörtelschicht bedeckt hatte, goß man die geschmolzene Masse darauf, welche aus einem Theil Erdharz und 12 — 13 Theilen Asphalt bereitet worden war. Unter die geschmol­zene Masse rührte man gewöhnlich auch noch einen Waffer­I

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