Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1836 (Pesth)

Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1836. - Allerlei Zum Zeitvertreib

D a Laternbua. Maderln geths nít vhni Liacht Finsta ist in alli Gäßen > Kinnt enk ja la Wauwau freßen Wi'aS den Maberln öfters g'schiacht. Wekwa! Wekwa! nehmts a Liacht! Geht's mit'n Mvn und nit allani Denn ma wa'ß nit wo da klani Spirifankerl umma kriacht! Mona! Mona! brauchts kan Liacht Scit'ö gar lang in Wirthshaüs g'fesscn KenntS enk leicht die Kopf anstcss'n Weil der Mensch im Rausch nix stacht. Stutza! Stutza! schafft's a Liacht Werd's beim Tag schon guua betrogen Auf die Nacht oft gar auszvgen Weil ma enk von weiten riacht. Lendl! Leudl! wer sie stacht Derf nua um b' Laternbua schreka, Kost enk weni — um an Dreia Führt enk jeda hintas Liacht. Beispiele der ehelichen Liebe. Der Herzog von Savóién, Carl E m a n u e l, der auf die Stadt Genf Ansprüche machte, suchte dieselbe zu Anfang des letzten Jahrhunderts unvermutet zu überfallen. Er ließ ste in der Nacht ersteigen: Der Ausgang kam aber mit sei­ner Erwartung nicht überein. Es entstand Lärm in der Stadt, che noch eine hinlängliche Anzahl von seinen Sol­daten die Mauern erstiegen hatten. Die Bürger griffen zu den Waffen, und trieben die Feinde zurück, die zum Widerstand nicht stark genug waren. Alle, die ihnen in die Hände gericthcn, wurden mit einem schimpflichen To­de umgebracht. Unter der Zahl der Gefangenen befand stch auch ein verheiratheter Offizier. Es wurde seiner Ge- mahlinn die Nachricht von feinem Unglücke überbracht. Sie war schwanger, und eilte sogleich nach dem Orte zu, wo ihr Manu um's Leben sollte gebracht werden, den ste nur noch einmal umarmen zu dürfen bat. Man schlug ihr diese Gnade ab, und der Officier wurden gehangen, ohne daß ste Erlaubniß hatte sich ihm zu nähern. Sie folgte dem ohngeachtet dem Körper ihres Mannes bis nach dem Ort nach, wo er liegen bleiben sollte. Hier setzte sie sich neben ihm, und blieb so lange, ohne Nahrung zu sich zu nehmen, und ohne dir Augen von ihm wegzuwenden, sitzen, bis der Tod, den sie mit Ungeduld erwartete, end­lich auch ihre Augen an diesem Orte schloß. Die S ch a u s p i e l c r i n n und der jüdische Schöngeist. Eine berühmte Schauspieler nn stellt in einer Gesellschaft einen israelitischen Schöngeist mit folgen­den Worten vor: „Hier, Herr Markus Flusch, eine Art, von Dichter!« »..Und hier,«" entgegnet« der belei­digte Schöngeist, »„Madame N., Schauspielerinn ohne Art!«« ' Der Scharfsinnige. Zwei Matrosen wanden ein Seil in die Höhe, und konnten nicht so schnell fertig wer. den, als ste wünschten. „Zum Teufel!« rief der eine un­geduldig, «wo bleibt den das Ende?« — „Gieb »cht!« versetzte der Andere: „das haben Sie gewiß abgeschnitten.« Naive Benennung. In einem Heirathscvntracte gebrauchte der unbefangene Notar, nachdem er der Jung- fer schon oft gedacht hatte, mehrmals den Ausdruck: „Die oft berührte Jungfer Braut.« Grabschrift. Hier liegt Doloris Weib. Dies, Wandersmann, Sollst du allein als Grabschrift lesen; De nn was sie lebend ihrem Mann gewesen. Zeigt dieses Kreuz dir schon symbolisch an. Geistesgegenwart. Ein Fremder, welcher bei seiner Durchreise durch Göttingen den berühmten Schrift­steller Kästner kennen zu lernen wünschte, machte demselben einen Besuch, und entschuldigte seine Freiheit mit den Worten, daß er ihn bei seiner Durchreise gern hätte sehen wollen. Kästner, dem geistlose Menschen auf diese Weih oft langweilten, antwortete nicht darauf, sondern drehte sich im Kreise herum, und zeigte sich von allen Seiten. Der Fremde ohne im Mindesten dadurch in Verlegenheit zu gerathen, griff vielmehr in die Tasche und fragte: Wie viel zahlt die Person Herr Hvfrath?« — Kästner, der jetzt sah, wem er vor sich hatte, änderte sein Betragen augenblicklich, und beide wurden gute Freunde. Der Tod. Mich fürchten vor dem Tod? Ja, daß ein Narr ich wär! Bin ich, so ist er nicht; — ist er, bin ich nicht mehr! Genauigkeit eines Chinesen. Die Chinesen haben wenig Geschmack; aber desto geschickter sind sie, et­was auf das genaueste nachzuahmen. Ein Britté dem es bekannt war, daß die chinesischen Seidenzeuge von vorzüg­licher Güte sind, bat einen Landsmann, der nach China reifete, ihm von dort kein seidenes Kleid mitzubringen, und gab ihm zu dem Ende ein altes Kleid mit, um dort darnach ein Neues anfcrtigen zu lassen. — Der Wunsch wur­de erfüllt; als aber der chinesische Schneider das Kleid ab­lieferte, befand sich auf dem einen Aermel ein Flecken, weil das Muster, nachdem er es anfertigen sollte, mit solchem versehen war. U n te r schie d. Der Mann jagt sich eine Bouteille Champagner durch die Gurgel, wenn er glücklich ist, u< . eine Kugel durch den Kopf, wenn er unglücklich ist; — die Frauen Habens eine Thräne im Glücke und ein Gebeth im Unglücke; welches ist nun das sch w a ch e G e sch l e ch t? Das Ehrenmitglied. Man fing einmal in Ir­land einen famosen Spitzbuben. Der Hauptmann der ganzen Bande faß bereits im Gefängniß. Der Richter confrontirte beide, und fragte den Letztem: „gehört dieser zu deiner Bande?« — „Ja antwortete der Hauptmann gelassen,- aber ich glaube, er war nur Ehrenmitglied.

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