Folia historica 21
I. Tanulmányok - Nagy Sándor: Egy renitens honvédtiszt hányattatásai
75 Urbán i. m. 388-389. p. 76 Uo. 77 Klapka i. m. 145. p. 78 Petőfi levele feleségéhez. Marosvásárhely, 1849. júl. 29. MTAK Kt. K. 377/38. Sándor Nagy Die Schicksalsprüfungen eines renitenten Honvedofflziers. Die Konflikte von Sándor Petőfi in der Armee in den Jahren 1848-1849 Petőfi, der im Frühling 1848 eine der führenden Persönlichkeiten der ungarischen Revolution war wurde im Herbst Soldat, in der Zeit als zwischen Ungarn und der anderen Hälfte des Habsburger Reiches offiziell gebrochen wurde. In der Mitte Oktober 1848 wurde er zum Hauptmann bei dem Honvedbataillon Nr. 28, das bei Debrecen organisiert wurde. Die Karriere des Dichters war aber in der Armee nicht ungeschwächt. Er hatte oft Konflikte mit seinen Vorgesetzten, vor allem mit fuhrenden Persönlichkeiten vom Verteidigungsministerium. Der Artikel untersucht eingehend diese Konflikte. Die Fachliteratur befasste sich bisher mit den einzelnen Fällen getrennt und kam zur folgenden Schlussfolgerung: Die meisten adeligen Offiziere und die Führungskräfte im Verteidigungsministerium bemühten sich den Dichter, der von seinen radikalen Ansichten bekannt war unmöglich zu machen. Zwischen den Konflikten des Dichters kann aber ein engerer Kontakt hergestellt werden. Der Dichter hat im November 1848 ohne Erlaubnis seinen Verband, das Honvedbataillon Nr. 28, auf dem Wege zum Kriegsschauplatz wegen familiären Gründen verlassen. Urlaub hat er nur nach einer langen Verzögerung am Ende Dezember bekommen und zwar nach dem persönlichen Eingriff von Lajos Kossuth, dem Präsidenten des Landesverteidigungskomitees. Als die Kriegslage am Anfang Januar 1849 kritisch wurde und auch seine familiäre Probleme in Ordnung kamen, wollte Petőfi wieder in Dienst treten. Aus den Quellen kann man klar erschliessen, dass er vermeiden wollte wieder zum Honvedbataillon Nr. 28 versetzt zu werden. Seine Auseinandersetzung mit dem stellv. Verteidigungsminister General Anton Vetter in Debrecen in der Mitte Januar kann damit begründet werden. Nach dem Wortwechsel ging er zu seinem Patron Kossuth - er hat so den normalen Dienstweg umgangen - und bat um seine Verlegung zum Armeekorps vom General Bem nach Siebenbürgen. Anhand des Befehls von Kossuth musste das Verteidigungsministerium in die vorhin getadelte Bitte einwilligen. Petőfi, der als Kurier aus Siebenbürgen in der Mitte Februar zurückkehrte wurde vom Verteidigungsminister Lázár Mészáros zu sich beordert. Mit einem gemachten Vorwand hat er den Rücktritt von Petőfi provoziert um das obigen Vorgehen zu rächen. Der Konflikt wurde nur noch schärfer als Petőfi ein Spottgedicht über Mészáros in einer Zeitschrift, „Marczius Tizenötödike " (Der Fünfzehnte März) veröffentlichte. Das Problem wurde wieder von Kossuth gelöst als er Petőfi mit einem Auftrag nach Siebenbürgen schickte. General Bem, der ein „väterlicher Freund" des Dichters war hat ihn in seinem Rang als Hauptmann bestätigt, ihn sogar im Mai zum Major befördert. 82